[rund um’s Lesen] #Autorinnenschuber

Viele von Euch haben sicher den Beitrag von Nicole Seifert vom wunderbaren Nacht und Tag Blog gelesen, in dem es um den Soulmates Schuber der SZ geht, der – so ist es auch die Intention der Herausgeber – lediglich (tote) weiße Männer als Autoren birgt und so deren Diversität zu veranschaulichen versucht. Immerhin ist mit Norman Mailer ein Jude vertreten – das ist doch schon divers genug, oder..?

Um dem etwas entgegenzusetzen und das Bewusstsein für Autorinnen zu schaffen, respektive zu schärfen, wurde der Häschtäg #Autorinnenschuber ins Leben gerufen, der sich in meinem Insta-Feed glücklicherweise äußerster Beliebtheit erfreut. Hier werden – analog zum Schuber, der 10 Bände umfasst, 10 Lieblingsbücher von Schriftstellerinnen vorgestellt.

Da ich zu den Büchern und Autorinnen gerne noch ein paar Worte sagen möchte, hab ich mir überlegt, den Insta-Post gleich zu einem Blogpost zu machen – et voilà.

Obere Reihe – von links nach rechts:

Barbara Nadel – On The Bone
Vor etwa 15 Jahren wurde ich auf die Krimi-Reihe rund um den unkonventionellen instanbuler Kommissar Ikmen aufmerksam. Leider wurden die Bände nur bis zu Band 8 übersetzt; bei On the Bone handelt es sich um Band 18 – wie man sieht, konnte mich Barbara Nadels Schreibe überzeugen. Sie verknüpft ihr Wissen über Instanbul fernab des touristischen Mainstreams geschickt mit Familiengeschichte und spannenden Kriminal-Fällen.

Elke Heidenreich – Alles kein Zufall
Muss ich zu Frau Heidenreich noch was sagen? Ich finde nein. Ich bin immer noch tieftraurig, dass ihre Sendung Lesen! damals abgesetzt wurde. Umso mehr möchte ich Euch die Kurzgeschichten, die in Alles kein Zufall enthalten sind, ans Herz legen. Von lustig über nachdenklich ist alles dabei.

Joy Fielding – The Wild Zone
Ich bin ein Joy Fielding Fangirl und dieses Exemplar ist ein ganz besonderes, da bei einer der wenigen Lesungen, die sie macht, signiert. Ich liebe nicht nur ihre Romane, sondern mochte auch ihre lustige und entspannte Art bei der Lesung. Tolle Frau, die sich seit Jahrzehnten als eine der wichtigsten Crime-Autorinnen halten kann und doch immer wieder neu erfindet.

Susan Abulhawa – Nahrs letzter Tanz
Leider noch ungelesen in meinem Regal, aber ihr Erstling Während die Welt schlief hat mich sehr beeindruckt und sehr viel weinen lassen. Abulhawa wurde in Kuweit als Tochter eines palästinensischen Paars geboren und setzt sich sehr aktiv für die Menschen in den bestetzten Gebieten ein, so hat sie eine NGO gegründet, die den Bau und die Erhalung von Spielplätzens in Palästina sowie den Flüchtlingslagern unterstützt.

Dalia Sofer – Die September von Schiras
Dalia Sofer ist eine Autorin die als Jüdin in Teheran geboren wurde und – welch Überraschung! – im Alter von 10 Jahren mit ihrer Familie in die USA floh. Eben von dieser Konstellation – jüdisch-iranisch – handelt ihr Roman Die September von Schiras, der eindringlich aufzeigt, wozu Menschen, indoktriniert von Religion und Tradition, fähig sind.

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Untere Reihe – von links nach rechts:

Jane Austen – Pride and Prejudice
Hierzu gibt’s wirklich nix zu sagen – und wer doch noch Fragen zur wundervollen Jane hat, dem sei Little People, BIG DREAMS – Jane Austen, das ich die kommenden Tage auf dem Blog vorstellen werde, wärmstens ans Herz gelegt!

Andrea Busfield – Mauertänzer
Andrea Busfield erzählt sehr eindrücklich die Geschichte des kleinen Fawad, der mit seiner Mutter in eine WG in Kabul zieht, in der ausschließlich westliche Journalisten leben. Es gab eine Zeit – das dürfte so um das Erscheinen von Der Drachenläufer gewesen sein – in der ich sehr viel über Afghanistan gelesen habe; dieses Buch war erfrischend anders: zwar erfährt man auch sehr viel über das Leid und Elend, das dieses schicksalsgebeutelte Land ertragen musste, allerdings auch sehr viel Schönes, eben weil man Afghanistan durch Fawad neu kennenlernt.

Fattaneh Haj Seyed Javadi – Der Morgen der Trunkenheit
Eine wunderschöne Geschichte einer Frau im Iran, die entgegen der Erwartungen der Familie – selbstbestimmt der Liebe folgt und – als diese scheitert – nicht aufgibt und weite für ihr Glück kämpft. Ein Buch, das mich sehr beeindruckt hat, da es leider immer noch recht wenige Geschichten aus dem islamisch-orientalischen Raum über Frauen gibt, die sich über gesellschaftliche Konventionen hinweg setzen.

Randa Abdel-Fattah – Where The Streets Had A Name
Auf Randa Abdel-Fattah wurde ich über den Jugendroman Und meine Welt steht Kopf, das ich sehr gerne gelesen habe, kurz darauf folgte Ten Things I Hate About Me. Abdel-Fattah – eine australische Jugendbuch-Autorin mit ägyptisch-palästinensischen Wurzeln – setzt sich in ihren Büchern auf verständnisvolle und kluge Weise mit dem zwischen-den-Stühlen-sitzen, dem Jugendliche, die mit Migrationshintergrund in einem westlichen Land leben, ausgesetzt sind, auseinander. Dies tut sie nie mit erhobenem Zeigefinger und ohne Partei zu ergreifen, aber immer mit einer starken, sympathischen Protagonistin.

Kerstin Gier – Rubinrot
Auch hier braucht es nicht viel Text, denke ich. Auf Kerstin Gier aufmerksam wurde ich durch ihre Müttermafia-Romane aus der Insektensiedlung und seitdem mag ich die Romane der Autorin, die zuletzt (leider) ausschließlich Jugendromane schrieb, sehr. Warum? Sie ist lustig und hat ebenfalls immer eine starke weibliche Protagonistin, sei es Charlotte aus Die Müttermafia, Gwendolyn aus der Edelstein-Trilogie oder Liv aus der Silber-Reihe.

Welches sind Eure Lieblingsautorinnen? Her mit Euren Tipps!

 


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