[Rezension] Khalid Al-Maaly – Die Flügel meines schweren Herzens: Lyrik arabischer Dichterinnen vom 5. Jahrhundert bis heute

3 Dinge, die mir spontan zum Buch einfallen:
Lyrik – neues Terrain, tolle Aufmachung in Arabisch und Deutsch, wunderschön gestaltet

Das sagt der Verlag zum Buch:
Vom überraschend freizügigen erotischen Vers aus dem 7. Jahrhundert bis zum zeitgenössischen Gedicht über Krieg, Flucht und Exil: Diese zweisprachige Sammlung bietet erstaunliche Einblicke in das Selbstverständnis arabischer Dichterinnen. Über fünfzig Autorinnen entwerfen eine weibliche Identität jenseits aller Tabus und Denkverbote und leisten einen poetischen Beitrag zur Debatte über den Islam.

Die Autorinnen – u.a. aus dem Irak, Syrien, dem Jemen, Marokko und Ägypten – lassen uns teilhaben an ihren Sehnsüchten und ihrer Trauer, malen die Härten des Beduinenlebens aus oder hinterfragen nachdrücklich ihre Rolle als Ehefrau, Geliebte und Mutter. Die neuesten Gedichte sind ergreifende Botschaften aus einer von Krieg und Vertreibung erschütterten Region.

Meine bescheidene Meinung:
Dieser Lyrik-Band fiel mir das erste Mal auf der Frankfurter Buchmesse am Random House-Stand in die Hände. Wer schon mal ein Buch aus dem Manesse Verlag in der Hand hatte, weiß, welch Freude es macht, in diesen kleinen aber äußerst feinen Büchern zu lesen.

Vom thematisch perfekt passenden Cover – der Schutzumschlag ist in einem türkisfarbenem Mosaik mit goldenem Stern gestaltet – über das wertige Papier bis hin zum Leinen-Lesebändchen: Manesse Bücher bedeuten einen absoluten Genuss für den Leser.

Wie bereits oben erwähnt, sind Gedichte für mich komplett neues Terrain, außer mit den üblichen Verdächtigen damals in der Schule gab es da wenig Berührungspunkte und ich erinnere mich auch wieder wieso: ich mag klare Ansagen, verständliche Sachverhalte. Dieses Abstrakte, Abschweifende, dieses Das kann jetzt alles bedeuten oder auch nichts – nein, das ist nichts für mich. Im vorliegenden Fall kommen zwei Komponenten, die Lyrik und die arabische Sprache, die von Natur aus schon sehr blumig ist, zusammen, die meinem Anspruch, genau zu wissen, was ich da jetzt gerade lese, absolut nicht genügen können:

Vom Geschriebenen werden nur ein paar Stimmen übrig bleiben. Ich bin außerhalb der Symbole, und mir bleiben nur trockene Buchstaben, es sind meine letzten.

Aus Wie die Entfernungen ausgelöscht werden von Sabah Kharrat Zwein

Es mag evtl. auch an der etwas holprigen Übersetzung aus dem Arabischen ins Deutsche liegen, aber mich lassen solche Zeilen bisweilen etwas ratlos zurück.

Interessant ist auf alle Fälle, dass in einer anhängenden Biobibliografie auf die Autorinnen  der einzelnen Werke näher eingegangen wird und die Leserschaft erfährt, mit welcher Dame man es gerade zu tun hat und wie und wo man sie im Zeitgeschehen einordnen kann.

Für zwischendurch definitiv mal was anderes, bei dem man auch die Gedanken etwas schweifen lassen kann. So richtig warm werde ich mit der Lyrik nicht werden, aber es ist ein guter Einstieg (auch, um mal wieder was für mein Arabisch zu tun!) und ich finde es toll, dass hier ausschließlich Frauen zu Wort kommen, was ja im Islam und im Orient per se nicht soo selbstverständlich ist. Wer’s blumig mag und schön aufbereitete Bücher mag, ist mit diesem kleinen Bändchen absolut gut beraten!

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