[Rezension] Jason Starr – Phantasien

3 Dinge, die mir spontan zum Buch einfallen:
klingt nach Desperate Housewives, tolles Cover, Lügen-Intrigen-Geheimnisse: ich liebe es!

Das sagt der Verlag über das Buch:
Bedford Hills ist ein wohlhabender Vorort von New York. Wer hier wohnt, hat einen guten Job in Manhattan, ein paar Kinder, eine Hypothek, einen Geländewagen und eine Mitgliedschaft im Country Club. Hier liegt auch die Savage Lane, eine Straße mit einigen Kurven, viel Grün und sieben schönen Häusern. Hinter den gepflegten Fassaden aber gärt und kocht es. Mark Berman, seit zwanzig Jahren mit Deb verheiratet, träumt von seiner sexy Nachbarin Karen. Deb ist rasend eifersüchtig. Obwohl sie selbst ein schmutziges Geheimnis hat. Eine bitterböse Komödie der erotischen Verwirrung und Verblendung – mit tödlichem Ausgang.

Meine bescheidene Meinung:
Durch die liebe Bookexperiences wurde ich über Instagram auf dieses Buch aufmerksam und der Trigger Desperate Housewives hat auch sofort funktioniert.

Starr geht gleich zu Anfang in die Vollen und der erste Mord lässt nicht sonderlich lange auf sich warten. Es geht hierbei auch nicht darum, herauszubekommen, wer es war (das wird mehr als deutlich beschrieben), sondern mehr darum zu sehen, wie die Dinge ihren Lauf nehmen und hierbei hat mich der Autor nicht im Geringsten enttäuscht.

Wir als Leser erfahren einiges über die Bewohner der Savage Lane, deren Name ganz offensichtlich nicht von ungefähr kommt: jeder hat mehr oder weniger eine Leiche im Keller und ist wohl bedacht, diese auch genau dort zu behalten. Oberflächlich handelt es sich um Leute wie Du und ich: Hausfrauen, Manager, Polizisten, Teenager, Kinder – erst mal nichts besonderes.

Jason Starr lässt allerdings den allwissenden Erzähler berichten und so erfahren wir alles, was in den vier Wänden der nicht unbedingt bescheidenen Vorstadthäuser mit ihren wunderschön gepflegten Vorgärten vor sich geht: da ist von Fremdgehen, Mord, Homosexualität, Hass und Intrigen wirklich alles dabei und es macht Spaß zu entdecken, wie jedes Geheimnis in mehr oder weniger direktem Zusammenhang mit einem Nachbarn steht.

Diese sind übrigens jeder in seiner Art extrem: sei es eifersüchtig, dauergeil oder einfach nur übergeschnappt – da tun sich streckenweise die Abgründe der menschlichen Seele auf, was die ganze Geschichte neben einer guten Story auch zu einem Psychogramm eines Straßenabschnitts im amerikanischen Suburbia macht – einfach genial.

Was den Titel angeht, so geht mein Dank an den Diogenes Verlag: anstatt sich (wie leider so oft) etwas Hanebüchenes auszudenken, was meist eh nicht passt, wurde aus dem Originaltitel Savage Lane: A Dark Suburban Thriller Phantasien. Dies ist insoweit perfekt gewählt, als dass sich Phantasien leider auch bei fast jedem Bewohner der Savage Lane beobachten lassen und die am Ende komplett ins Verderben führen und unter anderem tödlich enden.

Das einzige, das ich bemängeln muss, war, dass das Buch nur 400 Seiten hat. Ich hätte noch einiges an Intrigen, Sex und Crime vertragen können und hoffe daher auf eine Fortsetzung (Potenzial gäbe es mehr als genug) und begnüge mich bis dahin mit Stalking, das ich mir direkt nach Beendigung von Phantasien besorgt habe.

Für mich eine klare Leseempfehlung!

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phantasien

Weitere Bücher des Autors (allesamt erschienen im Diogenes Verlag:


Ein Gedanke zu “[Rezension] Jason Starr – Phantasien

  1. Eine ganz, ganz großartige Buchbesprechung, die ich so komplett unterschreiben kann.
    Habe mich über deinen Kommentar auf Instagram übrigens sehr gefreut 🙂 und natürlich freut es mich, dass ich dich auf dieses geniale Buch aufmerksam machen konnte. Stalking möchte ich auch noch unbedingt lesen.

    Viele Grüße
    Juliana

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