[Gastrezension] Cilla Börjlind & Rolf Börjlind – Die Springflut

Diese Gastrezension stammt heute von der Frau, die mich zum Bloggen inspiriert hat: die wunderbare Frau Seitengeraschel. Ein Blick auf ihren Blog lohnt sich immer und einen großen Teil meines SuBs habe ich ihr zu verdanken! 

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch verdanke ich meiner lieben Mitbloggerin Cleo von „Ich lese halt gern“. Nachdem es ewig in der Post herumreiste, landete es dann doch auf meinem Nachttisch.

Zum Inhalt: Olivia Rönning möchte Polizistin werden, und dafür tut die engagierte Polizeischülerin alles, was nötig ist. Sie lebt für ihre Arbeit und kann sich nicht vorstellen, etwas anderes zu machen. Mit ihrer Leidenschaft für den Beruf will sie in die Fußstapfen ihres Vaters treten, der ebenfalls bei der Polizei – und Legenden zufolge ein begnadeter Ermittler – war.

Als sie an der Polizeischule die Aufgabe bekommt, einen alten Fall, der nie geklärt wurde, neu aufzurollen und mit heutigen Untersuchungsmöglichkeiten die Ermittlungen wieder aufzunehmen, wählt Olivia den Mord an einer jungen Frau auf einer Insel. Die schwangere Frau war im Sand eingegraben, bis nur noch ihr Kopf aus dem Boden ragte, und dann von der Flut getötet worden. Die Tat wurde damals einzig von einem kleinen Jungen beobachtet, der weit entfernt von der Szenerie stand – und Olivias Vater war maßgeblich an den Ermittlungen beteiligt. Der Fall ist knifflig und scheint auf den ersten Blick auch heute noch unlösbar, aber Olivia will sich nicht so schnell geschlagen geben – sie nimmt die alten Spuren wieder auf.

Dabei muss sie zunächst erstmal feststellen, dass es noch nicht mal so einfach ist, das damalige Ermittlerteam wieder ausfindig zu machen. Der leitende Beamte scheint wie vom Erdboden verschluckt, und es kostet Olivia einiges an Spürsinn, um ihn nicht nur ausfindig zu machen, sondern ihn auch noch zum Reden zu bringen.

Zur gleichen Zeit geschehen aber auch in der Gegenwart natürlich schreckliche Verbrechen. In Olivias Heimatstadt Stockholm werden immer wieder Obdachlose brutal zusammengeschlagen oder sogar getötet. Erst scheint es keine Verbindung zwischen diesen Verbrechen und Olivias Nachforschungen zu geben, aber als sie einen der Obdachlosen wirklich kennenlernt, stellt sich heraus, dass er zur Aufklärung des alten Mordfalls mehr beitragen kann als irgendjemand sonst…

Wie mir das Buch gefallen hat: Knapp 600 Seiten Krimi, so einen Wälzer hatte ich lange nicht mehr auf dem Nachttisch liegen, aber ich war gespannt auf „Die Springflut“, zumal das Autorenduo sich bereits als Drehbuchautoren einen Namen gemacht hat. Ich wurde, das kann ich schon mal sagen, nicht enttäuscht. Dieses Buch ist superspannend und sehr gut erzählt.

Letzteres empfinde ich übrigens als besonderes Plus. Während man irgendwie in letzter Zeit bei Krimis doch öfter mal das Gefühl hat, dass man sich sprachlich auf einem recht flachen Niveau bewege, hat es „Die Springflut“ in sich. Hier gibt es schöne sprachliche Bilder, toll geschilderte Schauplätze und die Atmosphäre ist in der einen oder anderen Szene wirklich nahezu greifbar. Ich war beeindruckt.

Die Handlung ist aber natürlich das, was zählt, und der Plot ist wirklich sehr gut angelegt und wird total spannend aufgezogen. Mehrere Handlungsstränge laufen parallel und jeder von ihnen wäre schon seinen eigenen Krimi wert. Da ist zum einen Olivias Ermittlung in dem „cold case“, mit all ihren Fortschritten, Rückschlägen und so weiter, und dann ist da noch so viel Anderes, zum Beispiel die Geschichte um Tom Stilton, den ehemaligen leitenden Ermittler in dem Fall, an dem Olivia sich anfangs die Zähne auszubeißen scheint. Es gibt so viele spannende Momente und Handlungsfäden zu beobachten, dass es nicht schwerfällt, beim Lesen dranzubleiben.

Tom Stilton und Olivia Rönning sind beide sehr interessante Protagonisten. Ich fand es toll, mehr von ihnen zu erfahren und mir ein Bild von ihnen machen zu können. Tom Stilton ist dabei auch noch mal deutlich facettenreicher und da nicht alles von ihm preisgegeben wird, freue ich mich, dass es einen zweiten Band gibt, der vermutlich etwas mehr über seinen Werdegang verraten wird. Aber auch Olivia ist eine gelungene Figur, die ich mochte, auch wenn ich mich nicht unbedingt mit ihr identifizieren konnte.

Cilla und Rolf Börjlund sind definitiv Namen, die man sich merken sollte, wenn man spannende Schwedenkrimis mag. Ich bin jedenfalls begeistert und habe Teil 2 bereits auf meine Wunschliste gesetzt!

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Ein Gedanke zu “[Gastrezension] Cilla Börjlind & Rolf Börjlind – Die Springflut

  1. Oh, liebe Cleo, ich möchte „gefällt mir“ klicken, weil du mir eine so tolle Einleitung geschrieben hast. Danke dafür! 🙂 Es war mir eine Ehre, bei dir eine Gastrezension schreiben zu dürfen. 🙂

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