[Rezension] Joy Fielding – Sag, dass du mich liebst

5 Dinge, die mir spontan zum Buch einfallen:
endlich ein neuer Joy Fielding!, irgendwie klingen die Titel alle ähnlich!, tolles Cover, it’s Thriller time!, endlich ein neuer Joy Fielding!

Das sagt der Verlag zum Buch:
Bailey Carpenter ist eine erfolgreiche Privatermittlerin in Miami, und sie ist es gewohnt, die Dinge unter Kontrolle zu haben. Das ändert sich schlagartig, als sie eines Nachts von einem Unbekannten brutal überfallen wird und nur knapp dem Tod entkommt. Von da an quälen Bailey Panikattacken und Alpträume, sie ist besessen von dem Gedanken, verfolgt zu werden, und zieht sich völlig in sich zurück. Einzig ihrer Halbschwester Claire, die sich liebevoll um sie kümmert, vertraut sie sich zunehmend an. Und dann entdeckt sie eines Tages, dass ihr Nachbar im Hochhaus gegenüber sie beobachtet. Bailey ist außer sich vor Angst, denn er scheint ein makabres Spiel mit ihr zu treiben. Doch niemand will ihr Glauben schenken – selbst dann nicht, als sie sieht, wie dieser Mann in seiner Wohnung einen kaltblütigen Mord begeht…

Meine bescheidene Meinung:
Ich mag Joy Fielding und ich mag ihre Bücher. Soweit ich mich erinnere, war Lauf, Jane, lauf! mein erster Thriller und ich habe ihn geliebt (auch wenn ich jetzt nicht mehr weiß, wie er ausging; also eigentlich mal wieder Zeit für einen Re-Read). Fieldings Bücher zeichnen sich immer durch 2 Dinge aus: die Handlung spielt immer in Miami und die Protagonistin ist immer eine Frau zwischen 25 und 50. Das sind zwei Konstanten, auf die man sich bei jedem neuen Buch einstellen kann und ich muss sagen, ich freue mich auf jedes neue Buch von ihr. Spätestens seit ich sie bei einer Lesung in München live sehen und auch mal kurz sprechen durfte, steigert sich diese Freude immer ein bisschen mehr.

Der letzte Fielding Das Herz des Bösen war okay, in meinen Augen zwar ein bisschen arg brutal, aber dafür richtig spannend, was man von Sag, dass du mich liebst leider nicht behaupten kann. Bailey Carpenter war für mich recht gesichtslos, sie hatte irgendwie so gar nichts, was sie hätte mir ans Herz wachsen lassen können. Ganz im Gegenteil: sie nervte mich ab einem gewissen Zeitpunkt ziemlich mit ihren anhaltenden Panikattacken, weil sie sich bei jedem Mann (mittelgroß, braune Haare), den sie traf, fragte, ob er der Mann sein könne, der sie vergewaltigt hatte. Ich weiß nicht, was ich schlimmer fand beim Lesen: dass sie mich so sehr nervte oder dass es mich so sehr nervte, denn sind wir mal ehrlich: das, was Bailey passierte (im Gebüsch vergewaltigt und verprügelt zu werden), kann ja nun wirklich jeder Frau von uns passieren, also sollte ich wohl etwas mehr Empathie zeigen! Ging aber leider nicht.

Allgemein lässt sich sagen, dass die Geschichte recht schleppend in Gang kommt und erst nach 100 Seiten (also einem knappen Viertel des ganzen Buches) Fahrt aufnimmt. Aber auch dann plätschern die Geschehnisse ohne richtige Höhepunkte vor sich hin, da hätte man sich die eine oder andere Seite getrost sparen können. Die Charaktere drumherum sind zwar recht gut ausgearbeitet (ich mochte vor allem Baileys Nichte Jade sehr gerne), bleiben aber auch immer wieder weiter hinter Bailey und ihrer Panik zurück.

Sehr schade fand ich, dass die Ermittlung im eigentlichen Verbrechen (die Vergewaltigung) komplett im Hintergrund verschwand und am Ende dann doch recht lieblos und halbherzig aufgelöst wurde; in meinen Augen wurde kurz vor Ende dann auch kein Wert mehr auf Spannung gelegt, so dass recht schnell klar war, wer der Täter war. Das kenne ich von Joy Fielding auch anders.

Fazit: ganz nett mal für einen Nachmittag, aber absolut kein Vergleich zu ihren früheren Werken wie Sag Mami Goodbye oder eben Lauf, Jane, Lauf!

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quelle: randomhouse.de
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