[Lesung] John Friedmann – Das Blaue vom Himmel

© Felipe Calafat
© Felipe Calafat

Wer kennt sie nicht aus seiner Jugend, respektive Kindheit: Erkan & Stefan, das prollige Comedy-Duo, das um die Jahrtausendwende mit Jogging Anzug und astreinem Türkendeutsch von sich reden machte. Einige Jahre des Klamauks vergingen, bis man 2005 die wahren Persönlichkeiten hinter den fiktiven Charakteren kennenlernte.

Ende der 2000er war’s dann vorbei mit Comedy und Florian Simbeck und  John Friedmann widmeten sich anderen Projekten. Während Ersterer bei mir um’s Eck Politik macht, ist John Friedmann nun vermehrt als Theaterschauspieler und Autor unterwegs. Sein Debüt Flaschendrehen furioso erschien 2012 bei Droemer Knaur ebenso wie sein neues Buch Das Blaue vom Himmel, das morgen Abend um 19:30 Uhr im Vereinsheim – Occamstraße 8 in Schwabing Premiere feiert.

© KNAUR
© KNAUR

Sophie hat sich nach dem Tod ihres Mannes in eine Welt zurückgezogen, die aus Schachspielen, einem Freund aus guten alten Zeiten und ihrem Hund besteht. Ihr eigenwilliger Nachbar allerdings missachtet das große Schild „Betreten verboten“, das imaginär über ihrem Leben steht, und löst eine Welle der merkwürdigsten Verwicklungen in Sophies Leben aus. Und so halten Lug und Betrug Einzug in das Leben einer Frau, die eigentlich nichts weiter wollte als einfach nur ihre Ruhe haben …

Ich freu‘ mich schon wie Bolle auf die Lesung freue, da nicht nur John Friedmann, sondern als Special Guest niemand geringerer als Erkan himself da sein wird! Wie das in etwa aussehen wird, könnt ihr euch hier anschauen:

Außerdem habe ich noch nie ein „Frauenbuch“ gelesen, das von einem Mann geschrieben wurde, zumindest nicht wissentlich, ich bin also auf Autor und Buch sehr gespannt und werde auf alle Fälle berichten, wie es war und hoffe, dass ich nach Erkans Auftritt noch gescheit Deutsch sprechen kann!

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IMG_4505Am Donnerstagabend war im Vereinsheim in Schwabing Lesungzeit angesagt; der Droemer Knaur Verlag hatte zur Premierenlesung von John Friedmanns neuem Roman Das Blaue vom Himmel geladen.

Die Location war toll; ich hatte im Vorfeld schon einiges über das Vereinsheim und das nebenan gelegene Lustspielhaus gehört und wurde nicht enttäuscht: die urige Gemütlichkeit – bedingt durch die wenigen Tische und Stühle und Poster und Bilder an der Wand – passten einfach perfekt zur recht kleinen und intimen Veranstaltung, unter den 20-30 Gästen waren auch Familie und Freunde des Autors vor Ort und das Vereinsheim hatte was von einer Art Wohnzimmer.

Erkan eröffnete nach 10 Jahren Bühnenabstinenz (ja, wir werden alt!) mit typischer ERKAN-Kette, schwarzer Mütze und roter Trainingsjacke in seiner gewohnt prolligen Art den Abend. Er griff das ein oder andere aktuelle Thema auf („Ist die Pe-gi-da?“) undIMG_4509 hatte schnell die Lacher auf seiner Seite und kam so recht schnell auf Betriebstemperatur.

Nachdem Erkan uns dann noch stolz sein Interview mit John Friedmann gezeigt hatte (siehe YT-Video oben) präsentiert hatte, verabschiedete er sich um sein Alter Ego auf die Bühne und sein Buch endlich vorstellen zu lassen.

Nach ein paar einleitenden Worten zum Buch und den Protagonisten startete Friedmann mit dem Vorlesen der ersten Seiten. Ein guter Einstieg, da man gleich mitten in der Geschichte war und auch gleich Sophie, die Protagonistin, kennenlernte. Zudem machte die Einstiegsszene ziemlich neugierig auf das, was da noch kommen würde: also alles richtig gemacht!

IMG_4513John Friedmann war ziemlich nervös und verhaspelte sich das ein oder andere Mal. Ich persönlich fand das sehr sympathisch, da man gemerkt hat, dass ihm das alles schon recht wichtig war. die ganze Veranstaltung sehr viel bedeutet hat. Außerdem hat er so eine tolle Vorlese-Stimme, dass man ihm den ein oder anderen „Verleser“ gerne verzieh.

 Nach der ersten Szene und einem kleinen erzählerischen Übergang las Friedmann eine Passage vor, in der wir Josh Spencer – Sophies Counterpart – kennenlernen und spätestes jetzt war ich richtig neugierig, da er und seine Ehefrau all das versuchen zu verkörpern, was sie nicht sind: das perfekte Ehepaar. Man konnte regelrecht spüren, dass hier Lügen und Verrat dahinter stecken und das machte mich endgültig neugierig, so dass Das Blaue vom Himmel sicher nicht lange auf dem SuB ausharren muss.

Leider war der ganze Zauber schon nach einer halben Stunde vorbei und mein signiertes Exemplar habe ich auch nur der lieben Patricia Keßler zu verdanken – lieben Dank nochmals an dieser Stelle. Von einer „klassischen Lesung“, wie ich sie gestern Abend beispielsweise bei Su Turhan erlebte (Bericht folgt morgen oder Freitag), konnte allerdings nicht die Rede sein, was aber nicht schlimm war. Klar, ich hätte mir schon ein bisschen mehr Erzählen vom Autor gewünscht, wie beispielsweise die Idee zum Buch kam oder wo er am liebsten schreibt (so allgemeine Dinge halt), etc. aber gut, war auch so okay.

Angefixt durch die Lesung bin ich jetzt jedenfalls mal auf das Buch gespannt, das wohl viele Facetten in sich vereinen soll, denn laut Friedmann gilt „Nur witzig ist langweilig“. Schau‘ mer mal!


2 Gedanken zu “[Lesung] John Friedmann – Das Blaue vom Himmel

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