Linwood Barclay – Nachts kommt der Tod

5 Dinge, die mir spontan zum Buch einfallen:
von dem hab ich ja eeewig nix mehr gehört!, dicker Schinken, In Todesangst, Ohne ein Wort, Frag die Toten

Das sagt der Verlag über das Buch:
Cal Weaver, ein Privatdetektiv, fährt in einer regne­rischen Nacht nach Hause. Auf einem Parkplatz klopft eine junge, nervös wirkende Frau an die Windschutzscheibe und bittet ihn, sie mitzunehmen. Cal hat Bedenken, fährt den Teenager aber zu einer Bar. Ein großer Fehler – denn am nächsten Morgen ist die Anhalterin verschwunden, ihre Freundin wird tot auf­gefunden. Und der Verdacht fällt auf Cal…

Meine bescheidene Meinung:
Wat für ein Schinken! Das war mein erster Gedanke, als ich das Buch aus dem Karton geholt hab und ich hatte auch gleich Bedenken, ob sich das Ganze dann nicht doch ziemlich in die Länge zieht, denn so ein Durchschnitts-Thriller hat ja so seine 350 bis maximal 400 Seiten. Ich wurde tatsächlich eines Besseren belehrt, denn auf den 506 Seiten passiert doch so einiges!

Die Handlung ist in 3 Stränge aufgeteilt: da wäre zum einen der Sohn von Cal und Donna, der unter mysteriösen Umständen ums Leben kam und mit dessen Tod seine Eltern immer noch nicht abgeschlossen haben. Dann hätten wir noch das Mädchen, das nachts zu Cal ins Auto steigt und am nächsten Tag ermordet im Wald gefunden wird. Und zu guter Letzt wäre da noch eine Familie, bei der der Vater wohl zu Hause eingesperrt zu sein scheint und die wohl auch nichts Gutes im Schilde führt.

Da stand von Anfang an einiges auf dem Plan und ich muss sagen – es war keine Seite langweilig, weil immer irgendwie, irgendwo, irgendetwas passierte. Es wurden massig falsche Fährten gelegt und gerade am Ende jagte eine Wendung die nächste – was mir außerordentlich gut gefallen hat, weil es immer logisch und schlüssig war. Toll fand ich, dass nicht nur Mord und Totschlag im Vordergrund standen, sondern auch ein ganz anderes heikles Thema behandelt wurde: Korruption und Polizei-Willkür. Sehr interessant und für jeden, der wie ich mit einem überdurchschnittlichen Gerechtigkeitssinn ausgestattet ist, fast unerträglich mit anzusehen, dass Menschen, die eigentlich dein Freund und Helfer sein sollten, nur ihre eigenen Interessen verfolgen und zudem selbst kriminell sind.

Die Geschichte wird aus Cals Sicht erzählt und ich muss sagen, ich mochte ihn sofort. Ein unaufgeregter, bodenständiger Typ, der vor kurzem seinen Sohn verloren hat und zwar dahinter ist, die Hintergründe des Todes zu erfahren (offizielle Ursache ist Selbstmord), aber trotzdem versucht, mit seiner Frau Donna weiterzuleben. Womit wir auch schon bei den Hauptcharakteren wären: Cal lernt man durch die Erzählperspektive am besten kennen. Es waren recht viele Leute involviert – sozusagen ein ganzes Dorf auf den Beinen, was die Handlung – wie oben schon gesagt – aber immer bunt und abwechslungsreich gemacht hat. Jeder einzelne war toll herausgearbeitet, lebensecht und authentisch, so dass das Kopfkino auf vollen Touren lief und ich die meiste Zeit in Griffon vor Ort mittendrin statt nur dabei war. Eben wie ein richtiger Film. So muss das sein!

Beim Ende weiß ich nicht, ob ich es mag oder nicht; ich hätte es wohl anders gemacht. Aber es passt – irgendwie. Insgesamt kann ich sagen, dass Herr Barclay mich mal wieder auf ganzer Linie überzeugen konnte. 506 Seiten voll Spannung, tollen Figuren, vielen Wendungen, geschickt gelegten Fährten und der ein oder anderen Leiche.

Jetzt werden die Barclays, die ich seit In Todesangst verpasst habe, nachgeholt!

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