[Rezension] Tonino Benacquista – Malavita: Eine Mafia-Komödie

5 Dinge, die mir spontan zum Buch einfallen:
Mafia, Italien, Robert de Niro, Mala-wat? Frankreich

Was der Verlag über das Buch sagt:
In dem beschaulichen Ort Cholong-sur-Avre in der Normandie lässt sich eine amerikanische Familie nieder. Fred Blake schreibt ein Buch über die Landung der Alliierten; seine Frau Maggie engagiert sich bei Wohltätigkeitsveranstaltungen; Belle, ihre Tochter, verdreht allen Männern den Kopf; und Sohn Warren wird zum Rächer des Schulhofs. Eine ganz normale Familie also? Nein, denn Fred heißt in Wahrheit Giovanni Manzoni. Er war einer der ganz großen Mafia-Bosse in den USA, bis er im Rahmen eines Zeugenschutzprogramms nach Frankreich umgesiedelt wurde. Und weil es den Blakes nicht wirklich gut gelingt, sich unauffällig zu verhalten, ist vorprogrammiert, dass die Tarnung bald auffliegt…

Meine bescheidene Meinung:
Als ich den Klappentext las, war ich sofort hin und weg. Eine italo-amerikanische Familie im französischen Exil auf der Flucht? – Genial! Und das war’s dann auch – wenn auch mit dem ein oder anderen Abstrich.

Wie man auf dem Cover sehen kann, befindet sich dort ein Sticker mit dem Cast zur Malavita Verfilmung. Entsprechend standen die Protagonisten für mein Kopfkino schon fest und ich muss sagen, es hat perfekt gepasst! Ich habe den Film (der leider fast komplett anders ist) mittlerweile gesehen und ich kann sagen, dass, was die Handlung angeht, Michelle Pfeiffer und Robert de Niro wie Arsch auf Eimer passen. Beide sind herrlich verschroben, aber doch liebenswert auf ihre eigene Art und Weise.

Auch Belle und Warren sind super getroffen und waren mir im Buch auch sofort sympathisch. Man merkt in den ernsteren Passagen, dass es beiden tief im Herzen ziemlich schwer fällt, weit weg von der Heimat zu sein und gerade Warren tut sich mit dem Verleugnen der Herkunft und der tatsächlichen Identität so schwer, dass Dinge passieren, die so nicht passieren sollten.

Wer den Trailer zum Film gesehen hat, denkt, dass es sich bei Malavita lediglich um eine Gaunerkomödie handelt, was dem Buch allerdings nicht ganz gerecht wird, denn es ist viel mehr. Es ist ein Familienroman mit komischen, aber auch vielen traurigen Momenten. Eine Familie, die versucht, in der Ferne mit einer fremden Kultur, fremdem Essen (ganz schlimm – ich sage nur Erdnussbutter!) und einer fremden Mentalität klar zukommen.

Nicht immer einfach, wie Maggie spätestens nach einem Besuch im örtlichen Supermarkt und Fred nach dem Treffen mit dem Klempner gelernt hat. Trotzdem bleibt der Spaß nicht auf der Strecke. Warren ist auf dem besten Weg, der neue Pate von Cholong-sur-Avre zu werden und Fred, der sonst nur mit Gaunern und Mördern zu tun hatte, erfährt eine Läuterung, in dem er sein Leben rekapituliert und zu Papier bringt. Maggie und die Kinder nehmen das zwar nicht wirklich ernst, aber der Leser merkt sehr schnell, dass es ihm genau das ist: sehr ernst und da bekanntlich das Leben die besten Geschichten schreibt, war es wirklich interessant, was Fred – alias Giovanni Manzoni so zu erzählen hatte.

Wie oben schon erwähnt, das Buch ist ein bunter Mischmasch aus Mafiakomödie/Familiengeschichte/Krimi. Mich hat es sehr gut unterhalten, auch wenn es zum Ende hin sehr zäh wurde und 50 Seiten sicher auch in der Hälfte hätten erzählt werden können.

Tonino Benacquista (seines Zeichens Franzose – was auch sonst?!) hat eine tolle Geschichte erzählt, die gerade danach schreit, verfilmt zu werden und wer sich mit dem ein oder anderen Abstrich im Film anfreunden kann, sollte sich beides zu Gemüte führen.

Ich hatte sehr viel Spaß dabei, auch wenn ich für die Längen zum Schluss leider 1 1/2 Bäumchen abziehen muss – wenn es allerdings schon so weit ist, dass ich quer-lese, ist tatsächlich was faul. Ansonsten: unbedingt lesen – die perfekte Sommerlektüre (auch, wenn’s nicht in die Normandie geht!)!

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Malavita


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