[Gastrezension] [Rezension] Muhammad Asad – Der Weg nach Mekka

Der erste Satz

Wir reiten, reiten, zwei Mann auf zwei Dromedaren, die Sonne loht über unseren Köpfen alles ist Schimmer und Flimmer und schwimmendes Licht.

CaptureDas sagt der Klappentext

Muhammad Asad ist einer der bedeutendsten muslimischen Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. Sein Weg führte ihn aus der Welt seiner jüdischen Familie und aus Europa in die muslimische Welt nach Arabien. Lebendig und spannend schildert Asad seine Bekehrung in Berlin, seine abenteuerlichen Wüstenerfahrungen in Arabien, die Verstrickung in die politischen Verhältnisse der Zeit und die Beteiligung am Freiheitsstreben der islamischen Länder. Beeindruckend sind die Intensität seiner Darstellung, die Echtheit seiner Überzeugungen und die Authentizität seiner Erfahrungen. Entsprechend überwältigend ist die Resonanz auf dieses Werk in der gesamten Welt bis heute. Wahrscheinlich gibt es kein Buch – außer dem Koran selbst –, das den Islam in ähnlicher Weise Millionen von Menschen nahe gebracht hat.

Kurz zur Geschichte

Bisher kannte ich Muhammad Asad nur von seiner Koranübersetzung “Die Botschaft des Koran”, die ich persönlich liebe und jedem ans Herz legen kann. Doch die Person hinter der Übersetzung war mir bisher fremd und nun finde ich mich also endlich mit diesem Buch wieder. Ich muss zugeben: die ersten Seiten waren gewöhnungsbedürftig. Muhammad Asad, 1900 in Österreich geboren, schreibt, wie man zu dieser Zeit gesprochen hat: für heutige Begriffe etwas zu gestelzt mit einem Hang zur Poetik. Und doch zog mich das Buch etwa ab der zehnten Seite in seinen Bann – auch wenn ich im Endeffekt 4 Wochen gebraucht habe, um das Buch zu Ende zu lesen.

Muhammad Asad nimmt mich mit auf seine Reise durch die Wüste, auf seine Suche nach sich selbst und schaut dabei zurück auf sein Leben und seinen Weg zum Islam. Als Sohn einer jüdischen Familie geboren, knüpft er auf einer Reise zu seinem Onkel in Palästina erste Kontakte zu Muslimen und findet Gefallen am Islam. Nach seiner Rückkehr nach Europa konvertiert er in Berlin. Ab nun nennt sich Leopold Weiss Muhammad Asad, auch seine Frau Elsa konvertiert und nennt sich ab da Aziza. Der gemeinsame Sohn wird nun Ahmad genannt. Zu dritt machen Sie sich auf die Reise nach Mekka, auf der Aziza plötzlich und unerwartet aufgrund einer Malaria-Erkrankung verstirbt. Dieses Ereignis stellt einen Wendepunkt in Muhammad Asads Leben dar.

Ab diesem Zeitpunkt reist Muhammad Asad durch die Wüsten Arabiens, schließt sich Beduinenstämmen an und dringt immer tiefer in die islamische Welt ein. Was folgt ist eine unglaubliche Abenteuerreise voller Geschichten, voller philosophischer Gedanken und voller Weisheit. Muhammad Asad wird enger Freund des Gründers von Saudi-Arabien, er arbeitet an der Gründung von Pakistan mit und wird später sogar Botschafter Pakistans. In diesem Buch reiht sich eine Anekdote an die nächste und ergibt am Ende das Bild eines wahnsinnig gebildeten, abenteuerlustigen Mannes, der sich auf das Leben einlässt und immer wieder die Schönheit Allahs in allem Erlebten erkennt.

Was mich an diesem Buch besonders anspricht

… sind die Parallelen zu meinem eigenen Leben. Nicht, weil ich mich selbst für einen intellektuellen Menschen halte, sondern weil ich, wie auch Muhammad Asad, ein neues Leben im Islam gefunden habe. Ich finde mich selbst wieder in seinen Beschreibungen der arabischen Welt und in welcher Diskrepanz seine Erlebnisse zur westlichen Welt stehen. Die Zeit in der Asad zum Islam fand, war die Zeit zwischen dem I. und dem II. Weltkrieg, einer Zeit in der sich die Menschen in Europa im Umbruch befanden und auf der Suche nach einer Orientierung waren. Als ich anfing mich für den Islam zu interessieren ging es mir sehr ähnlich.

Wenn Muhammad Asad von langen Nächten unter dem sternenbesetzen Wüstenhimmel erzählt, denke ich an den abendlichen Besuch eines Onkels meines Mannes in Marokko, der ohne Strom und ohne Dach kilometerweit außerhalb Marrakechs lebt und glücklich damit ist. Mit einem Fernseher, der per Autobatterie betrieben wird und einem Metallbügel als Antenne. Und doch sind er und seine Familie Allah dankbar für das, was sie  haben, und teilen mit uns das bisschen, das sie besitzen, wenn wir zu Besuch kommen. Und so saß ich dort im Kerzenschein und dachte “Sie sind mit so wenig zufrieden. Und ich sitze zu Hause mit zwei Flachbildfernsehern und meckere, dass diese nicht groß genug sind.”

Immer wieder sehe ich mich lächelnd und nickend über diesem Buch und denke “Ja, das kenne ich”. Außerdem hatte ich so manchen “Aha!”-Effekt, wenn Asad über den Islam, seine Entstehungsgeschichte und seine Bedeutung philosophiert.

Mein Fazit

Lest dieses Buch! Es gibt wunderbare Einblicke in den Orient und seine Menschen, es erklärt den Islam sehr gut und es gibt wunderschöne Landschaftsbilder on top. Lesenswert.

Und zu guter Letzt: Meine Lieblingsstelle im ganzen Buch


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