[Rezension] Lydia Laube – Hinter dem Schleier, Eine australische Krankenschwester in Saudi Arabien

5 Dinge, die mir spontan zum Buch einfallen:
uralt (Handlung spielt um 1990), langweilig, von Spannung keine Spur, Rechtschreibfehler ohne Ende, Saudi Arabien

Das sagt der Verlag zum Buch:

Während ihrer 25-jährigen Tätigkeit als Krankenschwester hat Lydia Laube auf Knien in Papua-Neuguinea Babys zur Welt gebracht, kümmerte sich um Hospitäler in ausgehöhlten Kanus, arbeitete auf einer Dschunke im Hafen von Hong Kong, half den Armen in den Slums und begleitete die Buschdoktoren in Australien. Doch nichts davon hatte sie auf das vorbereitet, was sie als Krankenschwester in Saudi-Arabien erlebte. In einer Gesellschaft, in der sich Frauen von Kopf bis Fuß verschleiern müssen, nicht Auto fahren, wählen oder allein mit einem Mann sprechen dürfen, arbeitete die erfahrene Australierin ein Jahr lang, bevor ihr die Flucht gelang.

Es wurde ihr schlimmster Alptraum.

Meine bescheidene Meinung:
Da ich ja selbst Araberin bin, habe ich auch was Bücher angeht entsprechende Interessen und ich muss zugeben, dass es eine Zeit gab, in der ich diese Frauenschicksale, die ja hauptsächlich im Nahen Osten/Nordafrika/Afghanistan spielen, regelrecht verschlungen habe. Irgendwann hatte ich dann die Schnauze voll von dem Elend und habe mich Büchern zugewandt, die etwas sonniger waren. Als ich jedoch auf der FB-Seite des Drachenmond Verlages auf Hinter dem Schleier aufmerksam wurde, habe ich es als Rezensionsexemplar angefragt, weil es recht spannend klang. Gott sei Dank hab ich dafür nichts gezahlt.

Der aufmerksame Leser bemerkt schon im Klappentext (siehe oben) den ersten Rechtschreibfehler. Wer diesen jedoch nicht liest, wird bereits auf der 2. Seite wieder fündig und so geht das munter weiter. Da ich über Jahre hinweg Verträge Korrektur gelesen habe und mir jeder Rechtschreib- und Kommafehler geradezu ins Auge springt, war ich während der Lektüre ziemlich angefressen. Aber nicht nur an Korrekturen hat man im Drachenmond Verlag gespart, auch das Lektorat lässt ziemlich zu wünschen übrig. Manche Übersetzungen waren recht holprig und unsauber ausformuliert. Teilweise waren die Sätze konfus und ergaben keinen Sinn („Sowie der Mann verschwunden war und meine Wächterinnen die Tür verschlossen hatten, entfernten sie ihre Gesichtsschleier. Ich hielt sie nun für Ägypterinnen.“, S. 6). Trotz alledem ließ sich das Buch recht flüssig weglesen, da die Sätze war kurz und einfach waren.

Das war’s dann aber leider auch schon an positivem. Die Geschichte zieht sich wie Kaugummi und ohne, dass ich sensationsgeil wirken möchte: wenn da was von Albtraum steht, dann hätte ich gerne einen Albtraum (mit b!) und nicht so eine Larifari-Handlung, die zu allem Überfluss irgendwann um 1990 spielt. Sorry, aber die Erwähnung von Ronald Regan und VHS Kassetten hat mir dann endgültig den Rest gegeben. Der Bezug zu aktuellerem Tagesgeschehen hätte mir um einiges besser gefallen.

Alles in allem leider ein ziemlicher Flop, den ich leider nicht weiterempfehlen kann, es sei denn, man möchte sich zu Tode langweilen. 1 Bücherbäumchen für die flüssige Sprache.

Bibliothek

Leseprobe (PDF)


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