[Rezension] Susan Abulhawa – Während die Welt schlief

5 Dinge, dir mir spontan zum Buch einfallen:
Krieg, Elend, Hass, Trauer, Tod

IMG_1506Das sagt der Verlag über das Buch:
Jenin im Blumenmonat April: Frühmorgens, bevor die Welt um sie herum erwacht, liest Amals Vater ihr aus den Werken großer Dichter vor. Es sind Momente des Friedens und der Hoffnung, die Amal ihr Leben lang im Herzen trägt — ein Leben, das im Flüchtlingslager beginnt, nach Amerika führt und dennoch stets geprägt ist vom scheinbar ausweglosen Konflikt zwischen Israel und Palästina. Über vier Generationen erzählt Susan Abulhawa die bittere Geschichte Palästinas im Verlauf des 20. Jahrhunderts — eine Geschichte über den Verlust der Heimat, eine zerrissene Familie und die immerwährende Hoffnung auf Versöhnung.

Meine bescheidene Meinung:
Als ich das Buch auf der Randomhouse Homepage sah, wusste ich sofort: das will MUSS ich lesen! Da ich mich ja schon ein bisschen mit der Geschichte Palästinas beschäftigt habe, war es mir ein wirkliches Anliegen, dieses Buch zu lesen. Ich möchte der kommenden Rezension vorweg nehmen, dass ich in keinster Weise eine antisemitische Gesinnung hege (auch wenn man das uns Muslimen per se vorwirft), aber Israel als Staat nicht anerkennen kann und will – davon kann man halten, was man will – bei mir ist es zumindest so.

Das Buch ist wundervoll und schrecklich zugleich. Wundervoll ist der Schreibstil der Autorin, die ihre eigene Schreibe durch arabische Gedichte und Zitate erweitert und damit eine wunderbare Geschichte geschaffen hat. Schrecklich ist die Thematik an sich. Man muss sich nur mal vorstellen: du sitzt in deinem Häuschen, plötzlich kommen hunderte von Soldaten und vertreiben dich von deinem Grund und Boden und du bist absolut wehrlos! Das Schlimmste an der Sache damals war, dass die Welt einfach weg geschaut hat und das leider bis heute noch tut. Entsprechend ist die Übersetzung von Mornings in Jenin in Während die Welt schlief gar nicht mal so schlecht übersetzt, auch wenn ich der Meinung bin, dass die Welt nicht geschlafen, sondern – wie gesagt – die Augen vor dem verschlossen hat, was sich da unten in Palästina zugetragen hat.

Der Grund dafür? Ich weiß es nicht. Vielleicht die Angst nach der Hitler-Ära auch als antisemitisch zu gelten? Das Resultat: die Israelis konnten können tun und lassen , was sie wollen und das tun sie auch heute noch: wenn man mit einem einigermaßen unnervösen Magen ausgestattet ist und keine schwachen Nerven hat, gibt man einfach mal israelische Soldaten bei der Google-Bildersuche ein und sieht sich das Elend an. Dieses Elend wird auch im Buch widergespiegelt: Demütigungen, Repression, Schikane, Terror und Tod sind an der Tagesordnung. Für meinen Geschmack ein bisschen zu viel des Guten, aber sicher verglichen mit der Realität nicht übertrieben.

Die Geschichte endet eigentlich wie sie begonnen hat: voller Leid, Trauer und Tod. Schön ist das nicht, nein. Aber ich glaube, ein anderes Ende wäre auch nicht möglich gewesen. Die Hoffnung ist irgendwie ziemlich weit weg, eine weitere ziemlich traurige Parallele zur Realität. Wer eine schöne, anrührende Familiensaga für unterm Sonnenschirm sucht, ist mit Während die Welt schlief nicht wirklich gut beraten. Wer nervlich ein bisschen was abkann, sich für Palästina interessiert und für den ein glückliches Ende nicht unbedingt Voraussetzung für ein gutes Buch ist, rate ich: KAUFEN, LESEN, WEINEN!

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2 Gedanken zu “[Rezension] Susan Abulhawa – Während die Welt schlief

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