[Rezension] [Lesung] Joy Fielding – Das Herz des Bösen

Quelle: randomhouse.de

Auch wenn die Lesung schon einige Zeit her ist, würde ich gerne einige Eindrücke und Bilder posten, jetzt, wo ich die Rezension endlich mal fertig bekommen habe. Besonders ist bei dem Buch, dass es zuerst in Deutschland erschienen ist und in den Staaten und US erst im Dezember rauskam. Zudem hatten wir Münchner das Glück, dass Joy Fielding im Rahmen des Krimifestivals ihr neues Buch vorstellte. Aber jetzt erst mal zum Buch:

Auch das schönste Luxushaus kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Valerie Rowes Leben aus den Fugen geraten ist: Nach langer Ehe ist ihr Mann Evan im Begriff, sie wegen einer jüngeren Frau zu verlassen, und zudem droht ihr ihre pubertierende Tochter Brianne völlig zu entgleiten. Dann gerät Valerie plötzlich auch noch in eine absurde Situation: Evan hatte den Plan gefasst, mit seiner Verlobten Jennifer und Brianne ein Wochenende in der Wildnis zu verbringen.

Eine Verkettung von Umständen will es aber, dass Valerie mit von der Partie ist und sich mit ihrer verhassten Rivalin in einem entlegenen Hotel in den Bergen wiederfindet. Valerie ahnt indes nicht, dass es kurz vorher zu einer rätselhaften Mordserie in der Gegend gekommen war – und eine blutige Spur die Wälder durchzieht, die auch ihren Weg kreuzen wird.

Das erste, was mir zum Buch einfällt (außer, dass dieses Buch ausnahmsweise mal nicht in Florida spielt), ist der Titel. Er hat – wie man es leider ziemlich oft von den Verlagen gewohnt ist – so rein gar nichts mit dem Originaltitel zu tun (dieser lautet Shadow Creek). Wenigstens ist die deutsche Übersetzung nicht völlig abwegig (kommt ja leider auch oft genug vor).

Schon nach dem Lesen des Prologs ist der Leser mitten im Geschehen und mir bereits recht früh an einer bestimmten Stelle richtig mulmig im Bauch wurde – die, die das Buch schon gelesen haben oderIMG_1258 auf einer der Lesungen waren, wissen sicherlich, wovon ich spreche. Alle anderen Neugierigen können hier mal reinlesen – viel Spaß dabei! Es geht also von Anfang an richtig zur Sache und das ändert sich auch im Verlauf des Buchs nicht wirklich. Ich kann mich nicht erinnern, dass Fielding jemals so detailliert brutal geschrieben hat. Es war jetzt nicht so schlimm, dass ich drüberlesen musste, aber es war schon ziemlich heftig (zumindest für mich).

Wie gesagt, es geht bereits von Anfang an recht rasant los und man wird komplett ins Geschehen geworfen und erlebt dieses aus 2. Perspektiven: die eines Mädchens, die offensichtlich in Morde verstrickt ist und das „normale Geschehen“. Der ständige Perspektivenwechsel macht das Buch zu einem regelrechten Pageturner, da fast jedes Kapitel mit einem kleinen Cliffhanger endet und man natürlich wissen will, wie es weitergehIMG_1263t.

Die Figuren sind auch in diesem Fielding Thriller wieder richtig gut herausgearbeitet, es gibt – wie eigentlich in jedem ihrer Romane – ein mit dem Fall verbundenes Familiendrama und alle Personen sind absolut lebensecht: die dauertrotzige Teenager-Tochter Brianne, Mutter Valerie, etwas überspannt und nicht wirklich glücklich) sowie deren Freunde James (schwuler geht’s nicht), Melissa (exzentrischer wohl auch nicht) und Jennifer – die neue Freundin von Vals Ex-Mann.

Dies ist nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass man neben der Haupthandlung auch einiges über das (Innen-)leben der Protagonistinnen erfährt, was ich – als Gegenpol zu dem Gemetzel und Geschlachte – als eine sehr willkommene Abwechslung empfand.

Den Showdown fand ich dann auch recht spannend und das Ende in sich stimmig. Auch wenn es – wie irgendwie das ganze Buch – absolut Fielding-untypisch. Ich fand das Buch super, aber die brutalen Szenen waren mir zu viel des guten, daher „nur“

BibliothekBibliothekBibliothekhalbes

Die Lesung hingegen hat all meine Erwartungen absolut übertroffen. Sie fand im Institut der Rechtsmedizin in München statt und die Besucher saßen auf guten alten Klappstühlen im Hörsaal. Moderiert wurde die Lesung von Günter Keil, der auch schon Simon Beckett und Sebastian Fitzek durch die Lesung führte. Nicht wirklich meine 1. Wahl für so eine Veranstaltung, aber wenn ich an die Lesung mit Andrea Sawatzki am 9. März  denke, bekomme ich moderationstechnisch jetzt schon das große Kotzen.

Eingeladen war außerdem noch Dr. Oliver Peschel – seines Zeichens Rechtsmediziner und ein unheimlich lustiger Zeitgenosse, der über die harten Fakten des Jobs berichtete und jeden Tatort- und CSI Fan jegliche Illusionen nahm. Anneke Sernau, die ursprünglich den deutschen Lesepart übernhemen sollte, konnte nicht, da sich ihre Dreharbeiten länger hinzogen als gedacht. So sprang die Schauspielerin Dennenesch Zoudé für sie ein und machte ihren Job ganz gut (abgesehen davon, dass sie den Namen der Protagonistinnen vehement falsch aussprach [selbst nachdem Joy Fielding ihren englischen Part gelesen hatte], aber daran möchte ich mich nicht aufhängen). IMG_1275

Das Highlight war natürlich Joy Fielding. Ich weiß zwar nicht genau, wie ich sie mir vorgestellt habe, aber so fröhlich und lustig sicherlich nicht. Mag auch daran liegen, dass ihre Bücher jetzt nicht unbedingt vor Komik und Spaß überquellen. Trotzdem versprühte sie eine sehr erfrischende und frisch-fröhliche Energie, von der alle sofort mitgerissen wurden und dass bei manchen Stellen nicht der komplette Saal schallend lachte, war sicher nur der Tatsache geschuldet, dass nicht alle englisch verstanden und erst auf die Übersetzung von Günter Keil warten mussten.

Sie erzählte auch das ein oder andere aus ihrem Privatleben: so wissen wir jetzt, dass sie sowohl eine recht ruhige und zurückhaltende und eine – sagen wir mal recht energiegeladene – Tochter hat. Sie geht außerdem sehr gerne golfen und liest auch in ihrer Freizeit gerne Thriller.

Ich muss sagen, die 2 Stunden Lesung vergingen wie im Flug und auch bei dem anschließenden hat mich Frau Fielding mit ihrer Natürlichkeit und Liebenswürdigkeit absolut verzaubert. Sie nahm sich für jeden einzelnen Besucher Zeit für ein Foto und/oder persönliche Widmung im Buch. Ich hatte sogar das Glück das ein oder andere Wort mit ihr zu wechseln – wenn ich da an Simon Beckett und seine Aussage, dass er mir das Buch leider nicht persönlich signieren könne und die Security schaute, dass sich die Besucher auch ordentlich benehmen, kann ich nur mit dem Kopf schütteln.

Es war ein wirklich toller Abend und wenn Joy Fielding mal wieder in der Gegend ist, wäre ich sehr gerne wieder mit dabei!


2 Gedanken zu “[Rezension] [Lesung] Joy Fielding – Das Herz des Bösen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s