[Rezension] Julia Karnick – Einerseits ist alles ganz einfach: Kolumnen

5 Dinge, die mir spontan zum Buch einfallen:
Brigitte, Kurzgeschichten, Kolumne, lustig, was-das-Leben-nicht-alles-zu-bieten-hat

Zum Inhalt:
»Ich bin ein sehr disziplinierter Mensch. Ich stehe jeden Morgen auf, selbst wenn ich müde bin. Früher las ich Bücher und hatte Sex. Heute gehe ich mit dem Laptop ins Bett und gucke amerikanische Serien. Fünf leichte Mahlzeiten am Tag soll man essen: Ständig in der Küche herumfummeln, ohne zum Punkt zu kommen? Ich bevorzuge zwei Orgien täglich.«

Meine bescheidene Meinung
Ich habe noch nie so lange für ein Buch gebraucht…

…Und es sooo genossen! Von mir aus hätte es noch ewig so weitergehen können und ich war etwas traurig, als die 208 Seiten ausgelesen waren. Mir ging es schon lange nicht mehr so, dass ich mich selbst disziplinieren musste, nur eine oder 2 Kolumnen zu lesen, damit „nicht alles auf einmal weg ist“.

Einerseits ist alles ganz anders hat all das, was eine Sammlung von Kolumnen, die im 2-Wochen-Takt in einer der größten Frauenzeitschriften haben muss. Witz, Drama, Witz, Familie, Witz, Traurigkeit, Witz, Frauen-Alltags-Probleme, Witz und… hatte ich schon erwähnt, dass Frau Karnick unheimlich witzig schreibt?!

Abgesehen von den Erlebnissen mit den Kindern (die ich nicht beurteilen kann, da ich noch keine Kinder habe), habe ich mich in der ein oder anderen Geschichte wiedererkannt und ich glaube, das ist auch der Grund, warum sie schon seit 8 (!!!) Jahren so erfolgreich die Kolumne für Brigitte schreibt: Frau identifiziert sich einfach mit ihr. Ob es das Dilemma ist, dass man keinen Badeanzug findet, der passt und auch noch was ausschaut (Julia Karnick liebt Essen und trägt daher – dem lieben Gott sei es gedankt – auch nicht Size Zero!) oder ob es die Kinder sind, die ihre Jacken gerne überall vergessen und das meist nicht einmal merken.

Auch der Mann im Haus bleibt nicht verschont: Nach Ende der Lektüre hatte ich das Gefühl, den Herrn doch recht gut zu kennen (auch wenn ihm das alles andere als recht ist, wie man hier nachlesen kann). Er tat mir streckenweise schon etwas leid, denn weder an ihm noch an ihren Mitmenschen und am allerwenigsten an sich selbst spart die Autorin mit Kritik, was ich sehr sympathisch fand.

Kurzum: Wer auf kurze, knackige Kolumnen steht, weil ihm Anna Karenina zu viele Seiten hat, wer es realistischer mag als Carrie Bradshaw und Hamburg eh mehr mag als New York, wer ganz normale Frauen toll findet, die durch eine intelligente und trotzdem witzige Schreibweise auffallen, der, respektive die sollte unbedingt mal was von Frau Karnick  lesen. Anfangen können Sie schon mal hier – ich wünsche viel Vergnügen!

 

 

Zur Autorin:

Julia Karnick, Jahrgang 1970, wuchs als jüngste von drei Schwestern in einem Hamburger Reihenhaus auf. Ihre Mutter hoffte, dass sie Deutschlands erste Bundespräsidentin wird. Stattdessen jobbte sie als Schuhverkäuferin und Kantinenhilfe, machte eine Weltreise, brach zwei Studiengänge ab, verliebte sich viel zu jung in ihren Mann, ergatterte, ohne je zuvor eine Zeile veröffentlicht zu haben, einen Platz an einer Journalistenschule, setzte zu einem völlig unpassenden Zeitpunkt das erste Kind in die Welt – und arbeitet heute als freie Journalistin. Seit 2004 ist sie BRIGITTE-Kolumnistin. (Quelle: Hoffmann & Campe.de)

© Christina Körte

Bisher erschienen sind:


3 Gedanken zu “[Rezension] Julia Karnick – Einerseits ist alles ganz einfach: Kolumnen

    1. Das kann ich nur begrüßen! Hier liegt schon der Vorgänger „wer, wenn nicht wir“ und ich bin schon wieder im absoluten Karnick-Fieber!

      LG ins Rheinland!

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