[Rezension] Elizabeth George – Whisper Island, Sturmwarnung

5 Dinge, die mir spontan zum Buch einfallen:
Elizabeth George schreibt jetzt Jugendbücher?, klingt spooky, abgelegene Insel ist immer gut!, aber warum schon wieder eine Reihe?, Sturmwarnung hat ja leider mal wieder gar nichts mit dem Original-Titel zu tun

Inhalt:
Die junge Becca King besitzt eine besondere Gabe: Sie kann die Gedanken anderer Menschen lesen. Wie Stimmfetzen aus einem falsch eingestellten Radio dringen sie in ihr Bewusstsein ein. Als sie zur Mitwisserin der skrupellosen Geschäfte ihres Stiefvaters wird, gerät Becca in tödliche Gefahr. Unter neuer Identität flieht sie nach Whidbey Island. Doch selbst in der idyllischen Abgeschiedenheit der Insel findet sie keinen sicheren Schutz vor ihrem Verfolger.

Meine bescheidene Meinung:
Ich bin eine glühende Anhängerin der Inspektor Linley/Barbara Havers-Reihe und als ich sah, dass Elizabeth George jetzt auch im Jugendbuch-Genre mitmischt, musste ich Whisper Island – Sturmwarnung unbedingt haben. Ich fand es zwar mal wieder schade, dass man bei der Übersetzung wieder so krass vom Original Titel (The Edge of Nowhere) abgewichen wurde, aber nun ja – ärgern bringt da ja nix.

Anfangs wusste ich nicht so recht, in welche Sparte ich Whisper Island einordnen sollte. Thriller? Mystery-Thriller? Jugend-Thriller? Der Klappentext ließ ja schon so einiges erahnen, aber wenn ich ehrlich bin, wurde mir dort doch ein bisschen mehr versprochen als am Ende gehalten werden konnte.

Becca, die in Wirklichkeit Hannah Armstrong heißt, ist ein Teenager, den leider nicht die altbekannten Sorgen wie Pickel oder Jungs nerven, sondern ein Stiefvater, der ihr auf den Fersen ist, weil sie eine Gabe hat, die ihr nicht immer zum Vorteil gereicht: sie kann die Gedanken ihrer Mitmenschen hören und so musste sie leider auch erfahren, dass ihr Stiefvater seinen Geschäftspartner getötet hat. Ihre Mutter schickt sie nach Whidbey Island zu einer Freundin, die jedoch leider nicht wie verabredet erscheint, was bedeutet, dass Becca sich alleine helfen muss. Doch sie ist nicht lange alleine, da sie Derric (einmal mit, einmal ohne k?!) kennenlernt.

Soweit so gut: Beccas Leben, bzw. ihr Bestreben, auf der Insel zurecht zu kommen, wird recht anschaulich beschrieben, auch wenn ich mir gewünscht hätte, es würde etwas öfter die direkte Rede benutzt. So wirkt die Handlung anfangs etwas steif – aber da gewöhnt man sich dran.

Was mir gut gefallen hat, war die doch recht genaue Beleuchtung der anderen Leute auf der Insel: jeder scheint etwas zu verbergen zu haben und hier witterte ich doch ziemliches Potenzial. Außerdem ist man als Leser ständig auf der Hut, weil es ja auch immer noch Beccas Stiefvater Jeff gibt, aber das scheint eine absolut untergeordnete Rolle zu spielen, was ich sehr schade fand.

Leider hat mir insgesamt die Spannung gefehlt und ich denke daher, dass das Buch auf alle Fälle ein Jugend-Thriller und damit recht leicht verdaulich ist (ich hatte ja andere Hoffnung…). Einerseits möchte ich schon wissen, wie es mit Becca weitergehen wird, aber sosehr konnte mich Sturmwarnung dann doch nicht fesseln, dass ich die Folgebände noch lesen werde.

Nette Unterhaltung ab 13, würde ich sagen – mir war’s ein bisserl zu wenig Action.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s