[Event] Sebastian Fitzek – „Der Augenjäger“-Lesung am 22. Oktober 2011 in der BMW Welt – der Irrenmagnet on Tour

Wenn auch leider mit etwas Verspätung, hier der Bericht der äußerst genialen „Lesung“ zum vor kurzem erschienen Der Augenjäger von Sebastian Fitzek. Die Veranstaltung fand am 22. Oktober  im Rahmen des Krimifestvials statt und war – wie nicht anders zu erwarten – bis auf den letzten Platz ausverkauft. Ich weiß nicht, wer es gesagt hat (irgendjemand bei FB/Twitter), aber wenn Herr Fitzek eines Tages beschließen sollte, nicht mehr zu schreiben, könnte er definitiv Karriere als Stand-Up Comedian machen.

Die Lesung begann mit ein  paar einleitenden Worten unter anderem auch dazu, warum er ein T-Shirt mit der Aufschrift Irrenmagnet trägt. Sehr kurios und äußerst amüsant war es anzuhören, was für Leute Sebastian Fitzek kennt was er mit Gerlindes Papa im schottischen Irland alles so erlebt hat – was hab ich gelacht! Danach las Fitzek eine kleine Passage aus Der Augenjäger vor, die es ziemlich in sich hatte und erklärte, warum er allgemein nicht so gerne so viel vorliest, da die Wahrscheinlichkeit, dass Besucher, die die Bücher noch nicht kennen, gespoilt zu werden, recht hoch ist.

Unter den Gästen bei uns in der ersten Reihe (wo sonst 😉 ) saß auch eine sehbehinderte Dame, die Sebastian Fitzek bei seinen umfangreichen Recherchen für den Augensammler und den Augenjäger unterstützte. Ich habe ja schon mal angesprochen, dass ich von der Danksagung zum Augensammler total begeistert war, als Fitzek über seine Recherchen und Gespräche mit Sehbehinderten und Blinden berichtete. Auch bei der Lesung griff er das ein oder andere auf und ich war wieder total beeindruckt, was Menschen, die mit solch einem Handicap leben müssen, zu vollbringen im Stande sind.

Nach einer kleinen Dia-Show und einem Video, in dem der Zuschauer auch bewundern kann, wie schön das Haus der Fitzeks von innen ist und wie man kleine Kinder mit Hilfe eines Schlagzeugs ruhig bekommt, kam das absolute Highlight: nach einigen Erzählungen über die Verfilmung von Das Kind zeigte er uns 2 kleine Ausschnitte des zwar fertig abgedrehten aber noch nicht finalen Films. Auch wenn ich von dem Buch nicht restlos überzeugt war (wen’s interessiert, der Klicke auf Das Kind), aber alleine Schauspieler wie Ben Becker und – Achtung! – Dieter Hallervorden, haben mich davon überzeugt, dass ich den Film unbedingt sehen MUSS!

Hier kommt Ihr zum Youtube-Kanal von Sebastian Fitzek, in dem ihr auch kleine Ausschnitte von Das Kind findet.  Gezeigt wurden wie gesagt 2 Szenen, von denen ich leider nur eine hier einbetten kann, da ich die zweite leider nicht finde, was echt schade ist, da ich sie mit Didi Hallervorden als pädophiler Makler wahsninng (im wahrsten Sinn des Wortes) gut fand…  Für Hinweise, wo ich den Schnipsel finden kann, wäre ich sehr dankbar! 🙂(c) Krimi Festival

 Zum Abschluss der Lesung durfte das Publikum Fragen an Sebastian Fitzek stellen und obwohl ich unheimlich aufgeregt war, ließ ich mir die Chance nicht entgehen, das zu fragen, was mich schon seit ich Sebastian Fitzek „kenne“, wundert: dass er sein Leben so öffentlich macht. Nicht falsch verstehen: ich finde es toll, wenn ich erfahren kann, wie ein Künstler privat tickt und was er fernab vom Beruf so treibt. Bei Fitzek kommen die Fans da voll auf ihre Kosten, was mir gerade während der Lesung wieder auffiel, als er private Bilder von sich und seiner Familie zeigte und eben auch – wie erwähnt – einige kleine Einsichten in sein zu Hause preisgab. Daher war meine Frage, ob er nicht Angst habe, dass er irgendwann für die Öffentlichkeit zu gläsern werden würde, was er prompt verneinte. Er sagte, dass auch er es schätzt, wenn er von Menschen, deren Arbeit er künstlerisch schätzt, mehr erfahren kann und er das Verhältnis Leser-Autor als ein Geben und Nehmen sieht und er daher – bis auf bestimmte Grenzen natürlich – gerne auch von sich erzählt. Fand ich sehr sympathisch und ich hoffe, dass er es auch weiterhin so hält…

Die abschließende Frage kam von einer etwas enttäuschten Besucherin, die sich von der Lesung wohl ein bisschen etwas anderes versprochen hatte, denn ihre Frage lautete (in etwa):

Ich bin jetzt hier zur Lesung gekommen und habe mich darauf gefreut, dass Sie aus Ihrem Buch Der Augenjäger vorlesen. Haben Sie Ihren Besuchern jetzt gegenüber ein schlechtes Gewissen, dass Sie nicht das erfüllt haben, was solch eine Lesung eigentlich verspricht?

Dass danach ein ziemliches Geraune und Gemurmel durch den Saal ging, ist glaube ich keine großartige Überraschung zumal die Fitzek’schen Lesungen dafür bekannt und auch dafür beliebt sind, dass sie nicht stock und steif „vorgetragen“ werden. Sebastian Fitzek entschuldigte sich erst höflich bei der Dame, dass er ihre Erwartungen nicht habe erfüllen können, betonte aber im gleichen Atemzug, dass er selbst auch nichts von Wasserglas Lesungen hält und daher versucht, seine Lesungen etwas lockerer und lebendiger zu gestalten und dass er dafür auch überwiegend positives Feedback erhalten habe, was ich mir sehr gut vorstellen kann. Ich habe bisher zwar nicht viele Lesungen besucht, finde aber eine Show, wie sie beispielsweise auch Michael Kobr und Volker Klüpfel (Kluftinger Krimis) um einiges amüsanter als ein paar trocken vorgelesene Textstellen.

(c) Krimifestival München
(c) Krimifestival München

 Beendet wurde die Lesung mit einem wahren Signiermarathon; ich habe noch nie so viele (hauptsächlich Mädels) auf einen Punkt zustürmen sehen. Take That wären sicher neidisch gewesen ;). Sebastian Fitzek nahm sich für jeden Fan viel Zeit, versah die Bücher mit Widmung und lächelte tapfer in jede Kamera. Ich muss sagen, Fitzek hat an diesem Samstag mehr geboten als Thommy Gottschalk an so manch anderem… Ich habe viel gelacht, oft gestaunt und mich bestens unterhalten gefühlt. Wenn Herr Fitzek mal wieder in München weilen sollte, wäre ich sehr gerne wieder mit dabei!


2 Gedanken zu “[Event] Sebastian Fitzek – „Der Augenjäger“-Lesung am 22. Oktober 2011 in der BMW Welt – der Irrenmagnet on Tour

  1. Ein schöner Bericht! 🙂 Und wow, was für eine unangenehme Frage (von der Dame). Aber es gibt ja immer Leute, die nicht ganz das erwarten, was sie geboten bekommen. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie toll sich Sebastian Fitzek da aber wieder rauswindet und anscheinend richtig cool bleiben kann. Er soll seine Lesungen bloß in diesem Stil beibehalten!

    Ich hatte bisher ja nur das Vergnügen gehabt ihn bei „Signierstunden“ zu treffen und keiner richtigen Lesung. In der BMW-Welt ist das zudem auch sicher sowieso nochmal was ganz anderes. Ich gebe Dir aber recht, mir kam er bisher auch immer ungeheuer sympathisch rüber und ich würde jederzeit zu einer Lesung gehen, wenn es sich mal ergeben würde. 🙂

    Vielen Dank für den Bericht und die schönen Bilder!

  2. Die „Lesung“ in der Mayerschen wo ich war wurde auch glaub ich als Präsentation bezeichnet, wenn ich mich jetzt nicht täusche. Das definiert die Veranstaltung besser, eine Lesung ist es ja wirklich nicht. Aber ich fand es auch toll 😀

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