[Event] Frankfurter Buchmesse – Von A wie Ahern über E wie Engelmann bis W wie Willemsen – Alle war’n se da

Die Nacht hatte zwar nur 3 Stunden, aber am Freitag Morgen um kurz nach 7:00 Uhr war ich zurück im von mir verhassten Frankfurt. Ich denke nur jemand, der schon mal da war, kann das nachvollziehen: Frankfurt ist dreckig, Frankfurt ist hässlich, Frankfurt ist hektisch, Frankfurt ist einfach nur BÄH! Ich habe 5 Jahre dort gearbeitet und brauch‘ das nicht nochmal, aber das ist eine andere Geschichte…

Aber es war Buchmesse und da ich einen günstigen Flug ergattert hatte, preiswert übernachten konnte und mich auf viele Leute freute, konnte mir das auch das blöde Frankfurt nicht vermiesen ;). Nachdem ich nun am besagten Freitag am Flughafen ankam, machte ich mich erstmal auf zum Bhf. Zum Einen, weil man – will man zur Messe – eh dort umsteigen muss und zum Zweiten, weil ich mich noch schnell mit Deo und Getränken (hatte man mir beides am Flughafen in München abgenommen) eindecken wollte.

Kurz nach 9 war ich dann endlich an der Messe und schon von dem Banner, das die Besucher auf der Frankfurter Buchmesse willkommen hieß, total high :D. Noch mehr freute ich mich, als ich sah, dass man an der Garderobe nicht nur Jacken, sondern auch Gepäck abgeben konnte. Die Freude sollte nicht lange währen als mir der Garderobier (heißt das so?) lächelnd sagte: „Das macht dann 18,20 EUR.“ Nicht, dass ich nicht vorher auf das Preisschild geschaut und 2 EUR gesehen hätte und der Preis an sich eh total seltsam war, mein Herzschlag setzte trotzdem kurz aus und meine Gesichtszüge entglitten dermaßen, dass er – keine Nanosekunde zu früh – hinzufügte: War’n Scheeeeeeeerz! Sehr lustig, der gute Mann und ich sollte in den darauffolgenden Tagen feststellen, dass er noch lustiger sein konnte (Sorry, heute nehmen wir leider nur Jacken und kein Gepäck an!) …

Mich zog es als erstes in Halle 4, in der sich direkt am Eingang ein Zusammenschluss der Hörbuchverlage befand. Schon alleine dort wuchs meine Wunschliste ins Unermessliche – für mich als Hörbuchfan natürlich eine tolle Sache, da immer mehr Bücher mit wirklich tollen Vorlesern vertont werden. Der Vormittag verging dann auch recht zügig; es war unheimlich entspannend, durch die nicht wirklich vollen Gänge zu schlendern und mal hier und mal da zu stöbern. Wie auch einigen anderen Bloggern fiel mir auf, dass leider sehr viele Verlagsmitarbeiter in den vorhergehenden Jahren wohl schon das Ignorieren von Menschen, die nicht irgendwelche Lizenzen (ver-)kaufen oder Sammelbestellungen für ihre Buchhandlung tätigen wollen, perfektioniert hatten. Sehr schade, wie ich finde. Ich bin zwar ein sehr kommunikativer Mensch, aber wenn  ein Guten Morgen beim Betreten des Standes schon widerwillig beantwortet wird, dann hab ich auch keine Lust mehr! Ich möchte hier natürlich nicht alle über einen Kamm scheren, denn alle E-Mail-Kontakte, die ich auch live treffen konnte, waren äußerst nett! (Viele Grüße gehen an dieser Stelle an Frau Keßler, die mein vollstes Mitleid hatte, Frau Zeitzen, Frau Czernik, Frau Nüßlein und eine sehr nette Dame von Beltz, deren Namen ich zwar nicht kenne, die Anne & mir jedoch sehr bereitwillig Auskunft über den Grüffelo, die Maus [die einfach nur Maus heißt] und die Bücher gab). Ich war total begeistert, denn da merkte man, dass die Dame mit Herzblut dabei war.

Um 13 Uhr traf ich mich dann mit der lieben Sonja (den Twitterern besser als bookberry bekannt) auf ein schweineteures Wasser und da wir uns so herrlich unsympathisch waren, beschlossen wir, den restlichen Nachmittag gemeinsam durch die Hallen zu ziehen ;). Um 14 Uhr folgte dann mein erstes Highlight: ich hatte mir ja schon vorab ganz fest vorgenommen, Rafik Schamis aktuelles Buch Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte: Oder wie ich zum Erzähler wurde signieren zu lassen. Als ich ihn dann tatsächlich live vor mir sah, wurde ich dann doch ein bisschen schüchtern; immerhin ist er einer meiner Lieblingsautoren und er war mit einem Stapel Bücher beschäftigt, die er wohl vorsignieren sollte… Nachdem ich ein paar Sekunden in sicherem Abstand abgewartet hatte, schaute er mich plötzlich an und sagte Geben Sie Ihr Buch ruhig her, dann müssen Sie nicht so lange warten. Spätestens da war ich sein größter Fan. Er war total höflich und nett und hat mir mein Buch sowohl in deutscher als auch in arabischer Schrift signiert. Danach schwebte ich im 10. Bücherhimmel :). Den restlichen Nachmittag ließen wir mit Warten auf Kerstin Gier, die erst okkupiert wurde und dann plötzlich weg war, Promi raten und Schmökern bei den Verlagen ausklingen. Auf der Heimfahrt zu meinen Eltern traf ich dann auch noch eine alte Bekannte, die den Freitag zusammen mit den zivilen Kontrolleuren im Zug und meiner Wenigkeit ohne gültige Fahrkarte eine runde Sache werden ließ.

Cosplayer auf der BM Leipzig, (c) Wikipedia
Cosplayer auf der BM Leipzig, (c) Wikipedia

Samstag fing stressig an, da ich die Fahrt zum Bahnhof irgendwie kürzer eingeschätzt hatte (ich möchte mich an dieser Stelle nochmal bei meinem Vater entschuldigen, der in aller Früh schon mein Geschrei ertragen musste 😦 ). Nachdem ich die Treppe hochgehechtet war, durfte ich dann auch noch feststellen, dass der Zug verspätet war. Auch gut. Dann freue ich mich eben noch 5 Minuten länger auf einen schönen, gemütlichen, RUHIGEN Sitzplatz. Pustekuchen! Der ganze Zug war von Cosplayern (von denen ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste, wie sie heißen), bevölkert. Für alle die, die auch nicht wissen, wer/was/wie diese Wesen sind, hier links ein kleines Bild von der Leipziger Buchmesse. Ich hab’s in FFM leider total verpeilt, mal ein Foto zu machen, aber hier könnt Ihr Euch ja ein ungefähres Bild machen ;).

Also gönnte ich mir erstmal eine leckere heiße Schokolade bei McDonalds, denn der ICE aus Berlin hatte kurzfristig beschlossen, ab Kassel nur noch im Schneckentempo zu fahren, so dass die liebe Anne – mein Däit für die kommenden zwei Tage – mit gediegenen 30 Minuten Verspätung und genervtem Gesichtsausdruck in FFM ankam. Dann ging’s direkt zur Messe, denn ein illustres Programm (von dem wir am Ende grad mal 3 Termine eingehalten haben) stand uns bevor.

Nach dem relaxten Freitag trafen mich die Massen dann gnadenlos und die meist genutzten Sätze waren Oh, Entschuldigung! (wenn man jemanden angerempelt hatte) und Nichts passiert! (wenn man angerempelt wurde). Ich hätte am liebsten entsprechende Schildchen zum Hochhalten gehabt, meine Stimmbänder hätten sich gefreut! Nach ein bisschen neu-orientieren und schlendern – Kerstin Gier um 10h45 konnte man sich getrost abschminken bei den Massen, die dort schon anstanden; also noch ein Strich zu Kerstin Gier nicht live sehen  (keine Sorge, da kommt noch was – aller guten Dinge sind ja bekanntlich 3!) – trafen wir uns Mittag mit Frau Czernik von arsEdition, die uns die Bücher für 2012 vorstellte und uns den Mund ordentlich wässrig machte (alle Fans von Gerd Ruebenstrunk können sich jetzt schon freuen!).

Bevor wir uns zu einem kleinen Treffen mit Sonja und meiner Lieblings-Ute aufmachten, entdeckte ich am Fischer Stand noch Roger Willemsen (klick für all die Banausen, die ihn nicht kennen ;), dessen Buch  Afghanische Reise ich mir auch unbedingt signieren lassen musste und der unheimlich charmant und aufmerksam war und sogar meinen Vornamen geografisch einordnen konnte – naja, bei den paar Kilometern zwischen Tunesien und dem Iran wollen wir mal nicht kleinlich sein ;). Danach war definitiv eine Stärkung in Form von Pommes rot-weiß  nötig. Der Rest des Nachmittags verging weiter mit Gucken, Reinlesen, sich-gegenseitig-Klappentexte-vorlesen und – ÜBERRASCHUNG – auf dat Frau Gier warten („Die sitzt da hinten!“; „Die müsste in 5 Minuten da sein!“; „Frau Gier? Die ist schon seit ner Viertelstunde weg!“) – hiermit also der versprochene dritte Versuch. Aber ein Gutes hatte es ja, dass wir uns bei Luebbe die Beine in den Bauch standen: wir trafen Steffi und Linda, die im selben Hotel wohnten wie wir, und verabredeten uns für den Abend. Bis wir dort ankamen, stellte ich erst nochmal die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Messebesucher auf die Probe, als ich mich beim Aussteigen aus der S-Bahn vertrat und mein rechtes Bein zwischen Bahnsteig und Bahn hing. Sah bestimmt lustig aus – das fand die Dame, die kurz vorher noch im schönsten Pfälzer Platt ihrer Tochter zugerufen hatte: „Annika, schieeeeeeeeeeeeeeeb!„, wohl nicht, als ich sie drauf ansprach, dass ebendieses Schieben wohl nicht ganz unschuldig an meinem Faux-Pas (im wahrsten Sinne des Wortes) war. Wurscht – den Whopper darauf hatten wir uns jedenfalls verdient! Nach einem kleinen Treffen mit den 1 1/2 Ösi-Damen ging’s dann auch recht schnell ins Bett und zwar OHNE Aufpreis (auch wenn Anne diesen unbedingt zahlen wollte….).

Am nächsten Morgen hatten wir gleich einen Termin zur Signierstunde mit Frances G. Hill, deren Fantasy Roman Sturm im Elfenland bei arsEdition erschien. Ich hatte am Tag zuvor noch gefragt, ob die Autorin denn auf Englisch vorlesen würde, hatte aber keine direkte Antwort bekommen. Jetzt wusste ich warum: Frau „Hill“ heißt in Wirklichkeit Susanne Gerdom, wohnt weder in Neuseeland noch züchtet sie Schafe 😉 – egal, nett war sie und das war auch die Hauptsache! Da ich das Buch noch nicht gelesen hatte, hatte ich mich vorher auch nicht über die Autorin informiert. Auch nicht weiter tragisch; mit Hintergrundwissen wäre die Situation, als ich die Pressedame mit „Are you the author?“ ansprach, nicht so lustig geworden :). Immerhin kam ich somit zu einer sehr persönlichen Widmung in meinem Buch :). Direkt im Anschluss stand uns mein Highlight der FBM11 bevor: ein ganz persönliches Gespräch mit Gabriella Engelmann! Anne hatte eine Einladung vom ArenaVerlag bekommen und mich kurzer Hand mit ins Boot geholt, wofür ich ihr an dieser Stelle nochmal ganz arg danken möchte, denn es war noch besser als erwartet. Was genau uns Gabriella bei unserem Gespräch unter 6, bzw. als die liebe Lisa von Schmetterlings Literaturreise hinzu kam, 8 Augen verriet, könnt Ihr im Laufe der Woche hier lesen, aber ich kann schon vorwegnehmen, dass Gabriella eine unheimlich liebe Person ist, die nicht nur tolle Romane schreibt!

Danach war mal wieder Mund wässern angesagt, als uns Frau Nüßlein die Neuerscheinung für das kommende Jahr präsentierte. Mein Gedanke: ich will sie ALLE und zwar genau JETZT! Das Ende vom Lied war, dass ich gar nix bekam, weil es nur einen Ausdurck gab, den ich großzügig Anne überließ. Zur Anne Hertz-Lesung haben wir’s leider nicht mehr geschafft, dafür haben wir noch einige andere Blogger wie z. B. Tine, die, wie sich herausstellte, mehr oder weniger meine Nachbarin ist, Nica von Nicas Bücherblog und auch Damaris von Damaris liest getroffen, mit denen noch ausgiebig geratscht wurde, bis es schon wieder Zeit zum Aufbruch war. Mein Flieger ging kurz nach 18h00 und ich würde lügen, würde ich sagen , ich hätte mich nicht gefreut, wieder heim zu kommen und am nächten Morgen (Urlaub) endlich mal wieder AUSZUSCHLAFEN!!! Trotz allem war es ein ganz wunderbares Wochenende und ich möchte allen danken, die dazu beigetragen haben, dass es so toll wurde. Allen voran Anne, die nach einer fast schlaflosen Nacht am nächsten Tag immer noch lieb zu mir war! Leider habe ich die ein oder andere Person auch ziemlich vermisst und hoffe, dass sie nächstes Jahr dabei sein wird – allen voran meine liebe Wolldemoooor :).

Bleibt mir nur zum Abschluss mit den Worten des diesjährigen Gastlandes zu sagen:

Verið þér sælar og sjáumst!

Wenn nicht in Leipzig (da sind die günstigen Hotels jetzt schon ausgebucht! 😦 ), dann wieder in Frankfurt, zwar immer noch die hässlichste Stadt Deutschlands, aber auch die mit der weltweit größten Buchmesse!


11 Gedanken zu “[Event] Frankfurter Buchmesse – Von A wie Ahern über E wie Engelmann bis W wie Willemsen – Alle war’n se da

  1. Toller Bericht!!
    Tja, Frankfurt halt nee hehe Es gibt definitiv schönere Städte, aber auch schlimmere 😉
    Ich habe mich mittlerweile an Mainhatten gewöhnt.
    Das Verlagsmitarbeiter einen ignorieren oder sogar wegjagen mussten Carina, Steffie und ich leider auch erleben. Macht einfach keinen schönen Eindruck. Aber Gott sei Dank überwiegen die netten und aufgeschlossenen Leute doch. Ich hoffe nächstes Jahr treffen wir dann auch mal aufeinander. Würde mich sehr freuen =))

  2. Ja, mit Frankfurt kann ich Dir nur zustimmen. Es gibt ein paar wenige Ecken, die noch ganz hübsch sind, aber „dreckig“ passt ganz gut zum Großteil der Stadt. 😉

    Ich finde Deinen Bericht wunderbar gelungen und keinesfalls zu lang! 🙂 Der Garderoben-Mensch hätte ich ja gern mal kennengelernt! 😄

    Freut mich, dass Du so viel Spaß hattest! Das mit der Unfreundlichkeit mancher Stände kann ich unterschreiben, das Gefühl hatte ich auch öfters. Vielleicht sehen wir uns ja im kommenden Jahr dort! 🙂

  3. Schöner Bericht – danke! Die Leute von arsEdition sind einfach supernett. Finde ich auch! 🙂 Und ich hab mich gefreut, dass du das Buch trotzdem haben wolltest …
    Vielleicht sehen wir uns im nächsten Jahr ja wieder.

  4. Heeerrlich!! 😀 Ein ganz toller Bericht, auch (oder vor allem?) für diejenigen, die nicht in die hässlichste Stadt Deutschlands (mindestens) reisen konnten. Dankeschön dafür! 😀

  5. Da ich bei 2 von 3 Tagen dich ja live begleiten durfte, kann ich nur sagen, dass du auch meine Gedanken vollkommen auf den Punkt gebracht hast!! 😀 *drück*
    Ich freue mich auf jeden Fall auf ein (hoffentlich) baldiges Wiedersehen!! Vielleicht in Berlin und die Buchläden der Stadt unsicher machen?!?! 😉

  6. Awww ich vermisse dich auch mein Sneipilein 😥
    Ein sehr schöner Bericht! Dem Garderobenmann wär ich auch gerne begegnet und bei deiner englischen Verwechslung wäre ich zu gern dabei gewesen 😀
    Was für ein Aufpreis war das denn? Insider?

  7. danke für Eure lieben Worte, da werd‘ ich ja glatt rot ^_^

    @Rishu
    eigentlich hätte das extra-Bett einen Aufpreis von 25 EUR gekostet und den wollte die liebe Anne – selbst als die Rezeptionistin ihr gesagt hat, dass es passt – immer noch bezahlen 🙂

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