[Rezension] [Hörbuch] Sebastian Fitzek – Der Augensammler & Der Augenjäger

 Hörbuch Der AugensammlerEs war Umzugszeit und damit optimale Zeit für Bücher auf die Ohren. Zu dem Zeitpunkt schickte die liebe Jennifer Wilken eine E-Mail an die Bloggerwelt mit dem Angebot, Der Augenjäger von Sebastian Fitzek vorab zu hören. Den Vorgänger hatte ich kurz vorher geladen und so nahm ich das Angebot, auch noch den -jäger direkt im Anschluss zu hören, sehr gerne an – an dieser Stelle nochmal vielen Dank an Audible! Da ich am kommenden Samstag die Lesung in der Münchner BMW-Welt besuchen werde (sofern mich nicht wieder die Grippe niederstreckt), danke ich Frau Neudeck dafür, dass ich auch das gedruckte Werk mein Eigen nennen kann, das ich in nächster Zeit in signierter Form schmökern werde.

Für alle, die die beiden (Hör-) Bücher noch nicht kennen, hier eine kleine Zusammenfassung, gelesen bei audible.de:

Er spielt das älteste Spiel der Welt: Verstecken. – Er spielt es mit deinen Kindern. – Er gibt dir 45 Stunden, sie zu finden. – Doch deine Suche wird ewig dauern. Erst tötet er die Mutter, dann verschleppt er das Kind und gibt dem Vater 45 Stunden Zeit für die Suche. Das ist seine Methode. Nach Ablauf der Frist stirbt das Opfer in seinem Versteck. Doch damit ist das Grauen nicht vorbei: Den aufgefundenen Kinderleichen fehlt jeweils das linke Auge. Bislang hat der „Augensammler“ keine brauchbare Spur hinterlassen. Da meldet sich eine mysteriöse Zeugin: Alina Gregoriev, eine blinde Physiotherapeutin, die behauptet, durch bloße Körperberührungen in die Vergangenheit ihrer Patienten sehen zu können. Und gestern habe sie womöglich den Augensammler behandelt…

Meine bescheidene Meinung:
Am Anfang war ich irritiert. Wirklich irritiert. Die, die das Buch gelesen haben, wissen, was ich meine. Fitzek zäumt im vorliegenden Roman nämlich das Pferd von hinten auf. Der Leser, respektive Hörer fiebert als (mal wieder) einem Countdown entgegen. In meinen Augen macht das die Handlung rasanter und auch aufregender. Nicht, dass das noch nötig gewesen wäre…

Simon Jäger liest sich wieder grandios durch die knapp 11 Stunden und dank genialer Betonung und Intonation lief das Kopfkino ebenfalls den Thriller Marathon. Verhasste Tätigkeiten wie Fenster putzen, Schrank einräumen und Dinge wegsortieren wurden von nun an nur noch mechanisch und unterbewusst erledigt, weil Alexander Zorbachs und Alina Gregorievs Jagd auf den Augensammler einfach wichtiger war.

Auch hier war ich bei der Aufdeckung des Rätsels maßgeblich beteiligt; schade nur, dass ich auch ziemlich oft mit meiner Vermutung daneben lag. Fitzek legt viele Fährten und ich bin auf die eine oder andere auch prompt reingefallen. Aber ich kann trotzdem behaupten, dass ich den (vermeintlichen) Augensammler zumindest mal im Verdacht hatte. :). Sehr gefreut hat mich, dass auch alte Bekannte aus vorherigen Büchern wieder kurze Auftritte hatten – wer das war? -lasst Euch überraschen! 🙂

Etwas überrascht war ich von dem Charakter der Alina Gregoriev. Ich persönlich kenne mich mit Blinden und Sehbehinderten ja eigentlich gar nicht aus, aber was Alina trotz ihrer Blindheit alles so kann (mal abgesehen von ihren übersinnlichen Fähigkeiten) kam mir dann doch etwas weit hergeholt vor. Das hielt dann aber auch nur bis zu 10:52 Stunden vor, denn dann folgte auf das Hörbuch eine persönlich von Herrn Fitzek eingesprochene Danksagung, wo er auch erklärt, wie er auf die Idee zum Buch kam und wer das „Vorbild“ zur Figur der Alina war. Danach blieb mir erst recht die Spucke weg. Wer mehr darüber erfahren möchte, klickt bitte hier.

Was mich ein bisschen gestört hat, war, dass der Augenjäger mit (Vorsicht, Spoiler!) Ein neuer Fall für Alexander Zorbach und Alina Gregorie  beworben wurde, das hat zumindest mir ein bisschen die Spannung genommen, aber nun gut. Alles in allem ein Thriller vom Feinsten, der – wie ich kurz darauf beim Augenjäger feststellen durfte – noch lange nicht vorbei war.

Dr. Suker ist einer der besten Augenchirurgen der Welt. Und Psychopath. Tagsüber führt er die kompliziertesten Operationen am menschlichen Auge durch. Nachts widmet er sich besonderen Patientinnen: Frauen, denen er im wahrsten Sinne des Wortes die Augen öffnet. Denn bevor er sie vergewaltigt, entfernt er ihnen sorgfältig die Augenlider. Bisher haben alle Opfer kurz danach Selbstmord begangen. Aus Mangel an Zeugen und Beweisen bittet die Polizei Alina Gregoriev um Mithilfe. Die blinde Physiotherapeutin, die seit dem Fall des Augensammlers als Medium gilt, soll Hinweise auf Sukers nächste „Patientin“ geben. Zögernd lässt sich Alina darauf ein – und wird von dieser Sekunde an in einen Strudel aus Wahn und Gewalt gerissen…

Meine bescheidene Meinung:

Was war ich froh, dass ich wusste, dass es nach Sebastians Dankesrede gleich mit Der Augenjäger weitergehen würde! Ich weiß noch genau, dass ich gerade beim Fensterputzen war, als ich mehr oder weniger direkt Herrn Dr. Suker kennenlernte (ich hoffe, dass hier keinerlei Referenz zu Zucker besteht!) und ich war wieder total gebannt und in der Geschichte drin, zumal (Vorsicht, Spoiler!) ich wissen wollte, wie es mit Zorbach und dessen Sohn, der sich – ob tot oder lebendig – noch in den Fängen des Augensammlers befand, weiter geht.

Beim Augenjäger finden zwei Handlungsstränge nach einiger Zeit zusammen. Zum einen der soeben im Spoiler angesprochene und der Versuch der Polizei und Staatsanwaltschaft, Zarin Suker für seine Taten verantwortlich zu machen, was jedoch leider bei einem Versuch bleibt. Auf der Suche nach Suker (Vorsicht, Spoiler!),  Alina und seinem Sohn begibt sich Zorbach in die Abgründe der menschlichen Seele und zum Ende hin erfährt man, dass nichts so ist, wie es zu sein scheint. Weiß wird zu schwarz und umgekehrt und ich war wieder total fasziniert, wie wasserfest wirkende Fakten vom Augensammler nun ad absurdum geführt wurden.

Ich mag nicht zuviel schreiben, da das meiste wohl mehr verraten würde als gewollt, denn die Maschen sind beim indirekten Nachfolger ziemlich eng gestrickt. Mich hat gewundert, dass (Vorsicht, Spoiler!) Suker und seine Taten eigentlich nur eine Nebenrolle spielen und damit sehr gekonnt eine Brücke zur Nachfolge des ersten Augenromans geschlagen wurde.

Für mich war der Augenjäger noch einen Tacken besser als der Vorgänger, beide jedoch zusammen genial und daher volle Punktzahl!


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