[Rezension] Nicolas Barreau – Du findest mich am Ende der Welt

5 Dinge, dir mir spontan zum Buch einfallen:
Vive la France!, Eiffelturm, Café au Lait, Liebesbriefe

Zum Inhalt:
Als der Galerist Jean-Luc Champollion eines Morgens den Liebesbrief einer Unbekannten in der Post findet, ahnt er noch nicht, daß sein wohltemperiertes Leben von jetzt an völlig auf den Kopf gestellt werden soll. Denn bald schon hat Jean-Luc nur noch ein Ziel: Er will die kapriziöse Unbekannte finden, die sich »Principessa« nennt und die verführerischsten Briefe der Welt schreibt. Doch wer ist diese Frau, die ihn mit zarter Hand und spitzer Feder durch eine turbulente Liebesgeschichte lenkt?

Meine bescheidene Meinung:
Dieses Buch wurde schon von einigen Bloggern himmelhochjauchzend besprochen, so dass mich dann irgendwann auch die Neugierde gepackt hat und ich das Buch mal lesen musste. Sowohl Cover als auch Umfang haben mir sofort zugesagt. Die Bücher Barreaus haben was die Covergestaltung angeht einen gewisse Wiedererkennungswert und mit das Frankreich Thema passt da aus gegebenem Anlass perfekt dazu.

Die Übersetzung scheint etwas freier gewesen zu sein, denn die sonst recht komplizierten französischen Sätze sind nicht zu finden. Im Gegenteil: ich mochte den Schreibstil sehr; der Text liest sich locker flockig und gut weg. Leider jedoch nur die Geschichte an sich. Die Liebesbriefe sind dann schon etwas anders gestrickt. Vielleicht bin ich einfach nur kein Fan von mittelalterlicher Sprache, die viel redet, aber im Endeffekt nichts sagt, jedenfalls waren die Briefe für mich weder soooo schöööön noch  unheimlich romantisch noch zauberhaft, sondern wirkten auf mich wie gewollt und nicht gekonnt, so dass ich irgendwann nur noch drübergelesen habe.

Ansonsten fand ich die Geschichte um den liebeskranken Duc, der seine Principessa sucht, toll geschrieben. Besonders gefallen hat mir, wie Barreau es schafft, das Savoir Vivre der Franzosen und die frühlingshafte Stimmung in Paris rüberzubringen und der Leser das Gefühl hatte, bei jeder Gauloises und jedem Café au Lait dabei zu sein. Die Charaktere fand ich sehr sympathisch und lebensecht – außer die Principessa (die fand ich nämlich wirklich doof und auf die bin ich auch recht schnell gekommen).

Insgesamt für mich ein kurzweilig schönes Buch, das ohne die schnulzigen Briefe noch besser gewesen wäre, was mich jedoch erst recht darin bestärkt, noch einen Barreau zu lesen um mich dann hoffentlich endgültig zu überzeugen, dass seine restlichen Bücher sooooooo schöön und unheimlich romantisch sind, wie überall behauptet wird!

halbes


9 Gedanken zu “[Rezension] Nicolas Barreau – Du findest mich am Ende der Welt

  1. Wie wäre es dann mit „Die Frau meines Lebens“? *mit Buch rumwedel* Ich hab beim Lesen dieses Buches ja gemerkt, dass französische Literatur nicht mein Fall ist. Mir fällt kein französisches Buch ein, das ich gut fand. Und ich hab hier noch Anna Gavalda liegen, mag die gar nicht anfangen 😦

    1. Liebe Rishu,
      was hälst Du davon, wenn wir uns zusammen an einem Franzosen versuchen? Welche Gavalda haste denn daheim? Zusammen ist man weniger allein?

      Ich habs mit französischen Autoren ehrlich gesagt auch nicht so – sehr gefallen hat mir allerdings No & ich von Daphne de Vigan – auch typisch frz-melancholisch, aber sehr, sehr schön geschrieben!

      1. Genau das Buch hab ich. No & ich hab ich auch noch, das hab ich verdrängt *g* Hast du denn Zusammen ist man weniger allein auch noch nicht gelesen?

  2. Die Gavalda hab ich auch noch auf dem SuB. Wollen wirs mal zusammen wagen? No & ich hab ich in einer Nacht verschlungen und fand es supertoll!

  3. Hallo!

    Ich habe letzten Dezember das Buch gelesen.
    Ich fande es eine leichte schöne Liebesgeschichte. Ideal für zwischendurch.
    Bei den Liebesbriefen hatten ich ein ähnliches Problem wie du. Wenn ich in der Situation von Jean-Luc gewesen wäre, hätte ich auf diese Briefe nicht reagiert.
    Dass er sich dann auch prompt mit Erkenntnis über die Verfasserin in die UNSTERBLICH verliebt hat, fand ich absolut unglaubwürdig…

    Gruß SilkeS.

    1. Ja, ein bisschen seltsam war’s wirklich; aber das gehört dann wohl zum Liebesroman dazu 😉 – vielleicht lag’s bei mir auch einfach nur daran, dass mir die Principessa gänzlich unsympathisch war.

  4. Eine sehr schöne Rezension!! 😀
    Hätt ich das Buch nicht schon gelesen, hätt ich jetzt dazu gegriffen, um den schönen Schreibstil kennen zu lernen! 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s