[Rezension] Rebecca James – Die Wahrheit über Alice

Wie das Buch den Weg zu mir gefunden hat:
VORABLESEN! 🙂

Zum Inhalt:
Als Alice sie zu ihrer Geburtstagsparty einlädt, ist Katherine vollkommen überrascht. Die schöne, strahlende Alice, das beliebteste Mädchen der Schule, will mit ihr feiern? Dabei ist Katherine eine Einzelgängerin, die sich von allen fern hält, damit keiner ihr Geheimnis erfährt: Niemand soll wissen, was mit Rachel, ihrer kleinen, talentierten Schwester, passiert ist. Vor Katherines Augen, die nichts tun konnte, um ihr zu helfen. Katherine erlebt die Party wie einen Rausch, Alice weicht nicht mehr von ihrer Seite. Doch nach und nach wird Alice immer merkwürdiger. Selbstsüchtiger. Grausamer. Bald entdeckt Katherine, dass ihre neue Freundin nach eigenen Regeln spielt…

Meine bescheidene Meinung:
Eins vorweg: als Thriller würde ich Die Wahrheit über Alice nicht beschreiben. Es ist zwar schon richtig, dass Alice etwas im Schilde führt und langsam aber sicher zur Psychopatin mutiert, wer hier aber Spannung und Thrill à la Fitzek  & Co. erwartet, wird hier wohl nicht so recht seinen Lesegenuss finden…

Die Geschichte ist in 3 Ebenen gegliedert, in denen Katherine die Geschehnisse aus ihrer Sicht schildert: Gegenwart, Vergangenheit, Vorvergangenheit. Gleich zu Anfang erfährt der Leser aus der Handlung in der Gegenwart, dass Alice tot ist, was natürlich ziemlich neugierig macht, da die Erzählerin nicht wirklich ein gutes Haar an Alice lässt – und kurze Zeit später erfährt man auch, warum. Die Geschehnisse der Vorvergangenheit ergeben sich aus der Handlung der Vergangenheit und irgendwann „beichtet“ Katherine, was damals mit ihrer Schwester geschehen ist.

Mir hat „Die Wahrheit über Alice“ richtig gut gefallen und ausnahmsweise machte auch der Titel  richtig „Sinn“, wenn ich auch den Originaltitel Beautiful malice noch etwas passender fand, aber nun gut (man ist da ja auch schaurigere Dinge gewöhnt…). Wie bereits angesprochen, war es jetzt kein Thriller im gewöhnlichen Sinn, Rebecca James bedient sich eines viel subtileren Stils, der einem trotzdem den ein oder anderen Schauer über den Rücken jagt. Das Buch ist ein ziemlicher Pageturner, auch wenn es die ein oder andere Länge gab, was mich jedoch nicht allzu sehr gestört hat.

Die Charaktere waren allesamt gut gezeichnet, auch wenn Katherine mir mit ihren 17 Jahren streckenweise vorkam wie um die 30 – ein bisschen zu vernünftig und ein bisschen zu erwachsen. Mag sein, dass man durch gewisse Erfahrungen schneller erwachsen wird, aber das war mir des guten dann doch zuviel. Alice war für mich die Reinkarnation des Bösen und ich hätte ihr gerne mehr als einmal den Kopf zurechtgerückt – einfach schrecklich, die Frau! Interessant fand ich auch die Beziehungen zwischen den einzelnen Protagonisten, die teils schon ein bisschen ins Obsessive gehen und bei denen sehr deutlich gemacht wird, was manche Menschen aus Liebe mit sich machen lassen.

Die Sprache ist leicht und flüssig und lässt sich gut weglesen und obwohl man ab einem bestimmten Zeitpunkt gegen Ende ahnt, wie es ausgehen könnte, fand ich das Ende dann doch ganz gut gemacht und hat mich auch recht zufrieden gestimmt.

Alles in allem ein kurzweiliger Roman für vergnügliche Lesestunden, der mich gut unterhalten hat.


7 Gedanken zu “[Rezension] Rebecca James – Die Wahrheit über Alice

  1. Sieh mal einer an. Vor ein paar Tagen habe ich eine komplett gegenteilige Meinung gelesen. Jetzt bin ich wirklich hin- und hergerissen, ob mir das Buch gefallen würde. Spannend klingt der Plot ja…

  2. Gegenteilig im Sinne von „komplett schlecht“? Ich kenne Deinen Geschmack leider nicht, aber ein bisschen „Psycho“ ist schon dabei (wenn auch nicht soviel für nen richtigen Thriller…)

    1. Ja, genau.
      Ein bisschen Psycho ist schon okay für mich. Es sollte nur nicht zu eklig sein. Aber Fitzeks Bücher mag ich sehr. Bei dem Alice-Buch hätte ich aber ehrlich gesagt auch nichts a la Fitzek erwartet.
      Aber in der anderen Rezension (auf sallybooks.net zu finden) ging es auch weniger um die Frage, ob es sich um einen Thriller handelt, sondern mehr um die Charaktere und die Handlung.

  3. Danke für den Link – hab’s grad gelesen und auch kommentiert… Schön, auch gegenteilige Meinungen zu lesen, einigem stimme ich da auch vollkommen zu – zum Glück sind die Geschmäcker verschieden! 😉

    1. Ich find’s eigentlich auch immer spannender gegenteilige Meinungen zu lesen bzw. Rezensionen, die Fragen aufwerfen, die ich mir gar nicht gestellt habe. Eine Rezension, die genau meiner Auffassung entspricht, kann ich ja auch selbst schreiben ;D

  4. Mh… ich habe vor ein paar Stunden auch erst eine ganz andere Meinung gelesen, weiß grad garnicht, ob das Buch was für mich wäre. Die Story ist sehr interessant, und wenn das Buch wirklich so gut ist, wie du sagst, will ich das nicht verpassen.. Mal sehen :/

  5. Ganz meine Meinung! Wenn ich überlege, ein Buch zu kaufen, lese ich auch meist die schlechten Rezensionen, da es mich interessiert, was den Leuten NICHT gefallen hat um zu schauen, ob es denn meinem Geschmack entspricht…

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