[Rezension] Out el-Kouloub – Ramsa, Tochter des Harems

Wie das Buch den Weg zu mir gefunden hat:
Ein Tipp einer anderen Userin in einem Forum, in dem ich vor ein paar Jahren aktiv war.  Obwohl der Klappentext interessant klang, mutierte das Buch zur SuB-Leiche (gut 4 Jahre lang), was ich nun – im Nachhinein – nicht so ganz verstehen kann, da es mir wirklich sehr gut gefallen hat.

Zum Inhalt:
Sie ist die Tochter eines einflußreichen, aufgeklärten Ägypters, hat eine erstklassige Bildung genossen und bricht gegen alle Regeln der Gesellschaft aus dem Harem aus. Ramsa ist die bewegende Geschichte einer verbotenen Liebe im Ägypten um die Jahrhundertwende und der authentische Bericht einer ungewöhnlichen und mutigen Befreiung. Out el Kouloub zählt zu den ersten Namen der ägyptischen Frauenliteratur.

Meine bescheidene Meinung:
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich nicht wusste, dass es um die Jahrhundertwende des 18. und 19. Jhts. noch Sklaverei und die Haltung von Haremsdamen gab.

Ramsa, die autobiographische Züge der Autorin Out El Kouloub enthält, erzählt zuerst die Geschichte ihrer Mutter, die in jungen Jahren aus Serbien verschleppt und an einen Harem verkauft wurde und dann ihre eigene, wie sie in einem ebensolchen in Kairo aufwächst und schon von Kindesbeinen an revoltiert. Sie will die damalig geltenden Traditionen und Konventionen nicht akzeptieren, was auch daraus resultiert, dass ihr Vater ein recht aufgeklärter Kaufmann seiner Zeit ist und Ramsa das nicht seltene Privileg erhält, zur Schule zu gehen und eine kultivierte  Erziehung zu genießen.

Mir hat die Geschichte um Ramsa sehr gut gefallen, gerade weil er auch von Ramsa (Jahre später in recht hohem Alter) selbst erzählt wird und durch die Ich-Erzähler-Perspektive alles noch spannender, näher und auch emotionaler wird. Die Protagonistin hat einen tollen Stil zu schreiben – leicht und eingängig ohne langweilig zu wirken. Sie betrachtet sich, ihre Familie, die High Society und die restliche Gesellschaft Ägyptens zur damaligen Zeit teils lustig und amüsant, aber auch kritisch und traurig – eine wirklich tolle Mischung! Die Emanzipation der arabischen Welt hat dieser Dame wohl einiges zu verdanken.

Einzig und alleine der Schluss hat mich etwas unzufrieden zurückgelassen, was aber auch der Grund ist, warum ich mich noch ein bisschen mehr mit der Vita der Autorin informieren möchte; vielleicht finde ich auch dort den Grund dafür. Ein Glossar mit den wichtigsten im Buch vorkommenden arabischen Begriffen (umfasst 5 Seiten) rundet diese Erzählung ab.


3 Gedanken zu “[Rezension] Out el-Kouloub – Ramsa, Tochter des Harems

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