Michael Kobr & Volker Klüpfel – Rauhnacht

Wie das Buch den Weg zu mir gefunden hat:
Obwohl der 3. Teil doch recht bescheiden war und der 4. ein regelrechter Griff ins Klo [meine bescheidene Meinung] habe ich Kluftinger aufgrund des vielversprechenden Klappentextes noch eine Chance gegeben und ich habe es nicht bereut!

Zum Inhalt:
In seinem fünften Fall verschlägt es den kauzigen Kommissar in ein exklusives Berghotel im tief verschneiten Allgäu, wo er gemeinsam mit seiner Frau Erika und dem Ehepaar Langhammer kostenlos an einem Krimiwochenende teilnehmen darf. Doch schnell wird aus dem Spiel blutiger Ernst, als einer der Gäste ermordet aufgefunden wird. Da das Hotel aufgrund heftiger Schneefälle von der Außenwelt abgeschnitten ist, muss Kluftinger zu seinem Leidwesen ganz alleine ermitteln. Unterstützt wird er lediglich von seinem Intimfeind Dr. Langhammer, der ihm gehörig auf die Nerven geht. Schritt für Schritt überprüft Kluftinger jeden der anwesenden Gäste und kommt so langsam dem Mörder auf die Schliche.

Meine bescheidene Meinung:
KLUFTI IS BACK!!! Und damit meine ich: er ist zu seiner alten Form zurückgekehrt und das Lesen von Rauhnacht hat so unheimlichen Spaß gemacht. Ich als bekennender Agatha Christie-Fan war natürlich sofort Feuer und Flamme, als ich hörte, dass es sich bei Rauhnacht vom Stil her um eine Anlehnung an die guten alten Hercule Poirot-Krimis handelt und ich wurde in keinster Weise enttäuscht.

Gefreut habe ich mich neben Kluftingers kleinen Eigenheiten und Marotten [ich bezweifle, dass ich nur einen Tag mit diesem Mann in einem Hotel durchstehen würde!] auch das Wiedersehen mit den Herrschaften Langhammer, insbesondere natürlich dem Herrn Doktor, der Monsieur Poirot, pardon – Komissar Kluftinger – wieder mehr oder minder hilfreich zur Seite steht.

Den Kriminalfall an sich fand ich auch ganz gut konstruiert – closed room scenarios à la Mord im Orientexpress sind einfach was Wunderbares – und auch wenn man gegen Schluss schon recht einfach auf den Täter kommen konnte, tat dies dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Am Ende löste Klufti dann den Fall in berühmter Poirot-Manier auf, in dem er die Tat nochmal Revue passieren ließ, eventuelle Täter ausschloss und den wahren Mörder aufdeckte.

Man hätte meinen können, dass diese Ahnlehnung an die geniale Agatha doch etwas zu viel des Guten wäre und zu konstruiert und kopiert wirken könnte. Diese Sorge ist jedoch in meinen Augen absolut unbegründet. Kobr & Klüpfl bringen so viel Kluftinger [und Langhammer] ein, dass der Vergleich zwar da ist, Rauhnacht aber definitiv als eigenständiger Krimi bestehen kann.

Ein rundum gelungener Krimi mit der passenden Portion Humor und Spannung, so wie es sein soll – bleibt nur zu hoffen, dass das Autoren-Duo seine wiedergewonnene Art zu schreiben beibehält – für mich eindeutig der beste Kluftinger bisher und daher alle 5 Bücherbäumchen.


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