Nafisa Haji – Worte auf meiner Stirn

Wie das Buch den Weg zu mir fand: 
Gesehen habe ich das Buch zuallererst in einer kleinen aber feinen Buchhandlung im Münchener Hauptbahnhof. Mir stach der Name der Autorin ins  Auge und da ich ja sehr gerne arabische/persische/pakistanische/indische Literatur lese, hab‘ ichs mir auf die Wunschliste gepackt und konnte es kurze Zeit später bei Tauschticket erstehen.

Zur Autorin:
Nafisa Haji, eine Amerikanerin, die aus einer indisch-pakistanischen Familie stammt, ist in Los Angeles aufgewachsen. Mit ihrem Mann und ihrem Sohn lebt sie heute im Norden Kaliforniens. Derzeit arbeitet sie an ihrem zweiten Roman. 

Zum Inhalt:

Ich schließe die Augen und stelle mir vor, wie die Hand meiner Mutter meine Stirn berührt und den Rest meiner kindlichen Alpträume wegstreichelt. Mit einem Finger zieht sie Buchstaben und Gebetsworte nach, die ich nie verstanden habe, nie verstehen wollte.

Sairas Mutter verpackte Familiengeheimnisse stets in Geschichten, um sie erträglicher zu machen. Als Journalistin glaubt Sara jedoch einzig an Fakten. Bis zu jenem Tag, an dem das Schicksal sie zwingt, sich ihrem eigenen Geheimnis zu stellen…

Meine bescheidene Meinung:
Mir hat der Roman, der wohl auch eine leichte autobiographische Färbung hat, sehr gut gefallen und ich muss gestehen, dass ich im Laufe der Handlung das ein oder andere Tränchen verdrückt habe, was zum Ende hin leider nicht wirklich besser wurde, ganz im Gegenteil. Nafisa Haji schreibt mit einer solchen Detailverliebtheit und einer solchen Bildgewaltigkeit, dass ich oft das Gefühl hatte, mich in Mumbay oder Pakistan zu befinden.

Jeder einzelne Charakter ist auf eine wunderbare Weise ausgearbeitet und sie schafft es, jeden auf seine Art und Weise zu mögen oder zumindest zu verstehen: da wäre die äußerst religiöse Mutter, die die Ehre der Familie nicht beschmutzt sehen will und doch alles für ihre beiden Töchter tun würde, der Vater, der in Erziehungsdingen das Zepter nur zu gerne seiner Frau überlässt, Sairas Schwester, die nur allzu perfekt scheint und Everybody’s Darling ist und zu guterletzt Big Nanima, die Schwester von Sairas Großmutter, die das Leben ihrer Großenkelin nicht unbeträchtlich beeinflusst.

Die Handlung beginnt im Amerika/Indien/Pakistan der 70-er Jahre und dauert bis ins 21. Jahrhundert an. Eine wunderbare Familiengeschichte mit Tiefgang, die noch lange nachhallt und uns das ein oder andere vielleicht überdenken lässt…


Ein Gedanke zu “Nafisa Haji – Worte auf meiner Stirn

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