Skip to content

[Special] Sommer, Sonne und Frauke Scheunemann [Teil 2/4]

23. August 2016

Asche auf mein Haupt! Dieser Post hätte eigentlich schon viel früher online gehen sollen, aber manchmal kommt einem einfach das Leben dazwischen… Aber Gott sei Dank kommt der Sommer ja diese Woche wieder zurück, also kommt diese Sommer, Sonne, Strand-Buchempfehlung ja genau richtig!

Wie bereits im Herkules-Beitrag angedeutet, geht es heute sehr turbulent und chaotisch zu und zwar mit der Ziemlich-Reihe. Bisher gibt es die beiden Bände Ziemlich unverbesserlich und Ziemlich unverhofft und ich hoffe, dass noch sehr viele Bände folgen werden, denn es handelt sich hier um richtig EierlegendeWollmilchsau-GuteLaune-Wohlfühl-Romane. Soll heißen: es ist von allem ein bisserl was dabei: Liebe, Romantik, ein bisserl Krimi, Freundschaft, Kummer, ein bisserl Drama und sehr viel Freude und Spaß.

ziNikola Petersen steht mit beiden Beinen im Leben und ist genau das, was Großmütter so gern als »patent« bezeichnen. Die Anwältin und Mutter von zwei Kindern betreibt gemeinsam mit ihrem Kollegen Alexander Warnke eine kleine Kanzlei im quirligen Hamburger Karolinenviertel. Ihr Privatleben allerdings ist höchstens deshalb quirlig, weil sie versucht, ihren Alltag zwischen Büro und Elternabend irgendwie in den Griff zu bekommen. Schon früh verwitwet, kann sie dabei auf tatkräftige Unterstützung durch ihre Schwiegermutter Gisela zählen.

Arbeit ist aber nicht alles! Und so würde Nikola zu gern mal wieder einen romantischen Abend verbringen – wenn sie nur wüsste, wo sie a) die Zeit und b) den Mann dafür hernehmen soll. Dass Gisela dabei stets mit Argusaugen über das Familienwohl wacht, macht die Sache nicht einfacher. Doch als ihr neuer Nachbar Tiziano ein klitzekleines rechtliches Problem hat und Nikola die Verteidigung des smarten Italieners übernimmt, bekommt ihr beschauliches Leben eine rasante Wendung!

Das alles – gespickt mit sympathischen, liebenswerten und vor allen Dingen lebensechten Charakteren, einem flüssigen Schreibstil und turbulenter Handlung macht für mich eine absolut gelungene Sommerbuch-Reihe aus, die einem die Zeit auf der Liege, dem Strandtuch oder der Parkbank in der Mittagspause definitiv versüßt!

Als ich den ersten Teil ausgelesen hatte, kam mir als erstes in den Sinn, dass das Buch die ideale Vorlage für eine ZDF-Komödie sein könnte – ihr wisst schon: so ein kurzweiliger 90-Minuten Film, den man mit der ganzen Familie schauen kann, bei dem sich jeder zumindest ein bisschen wiedererkennt, bei dem viel gelacht wird und der – natürlich! – ein Happy End hat.

IMG_8180Nikola Petersen, Anwältin und alleinerziehende Mutter in Hamburg, hat ihr Leben fest im Griff. Na gut, manchmal ist es auch ein wenig chaotisch. Zum Beispiel jetzt gerade: Ihre Rechtsanwaltsgehilfin hat gekündigt, Sozietätspartner Alexander seit Wochen einen Durchhänger und Schwiegermutter Gisela, ihres Zeichens Chefbabysitterin im Hause Petersen, will auf Kreuzfahrt gehen – natürlich ohne Nikolas Kinder. Dabei türmen sich im Büro die Akten, und Nikola hätte gern ein wenig Zeit, um nach Feierabend den vielversprechenden Flirt mit ihrem Kollegen Simon Rupprecht auszubauen. Aber daraus wird nichts, denn getreu der Devise „Schlimmer geht’s immer“ reist dann noch die Mutter von Nikolas Nachbarn Tiziano an. Aus unerfindlichen Gründen ist Signora Felice der festen Überzeugung, dass Nikola Tizianos neue Freundin ist. Und der tut leider alles, um seine Mutter in diesem Glauben zu lassen…

Zum 2. Teil Ziemlich unverhofft will ich noch nicht zu viel verraten, da noch eine separate Rezension folgt, aber ich kann eins verraten: es geht wieder hoch her im Hause Petersen und nach 256 Seiten voller Leben wünscht man sich den 3., 4. und mindestens 5. Folgeband herbei – also nichts wie an den Schreibtisch, Frauke und weiterschreiben!!!

Bei Teil 3 wird’s wieder tierisch und es ist auch was für Kinder dabei!

[Special] Sommer, Sonne und Frauke Scheunemann [Teil 1/4]

8. August 2016

Auch wenn es hier in München heute nicht wirklich nach Sommer ausschaut, ist er das für mich jetzt – ganz einfach! Es ist Anfang August und eigentlich wollte ich dieses Special mit dem Hintergrund machen, dass nun ALLE 16 Bundesländer Ferien haben und ich Euch 3 Bücherreihen vorstellen kann, die ich persönlich sehr gerne mag und die – wie ich finde – im Alter von 9 bis 99 sehr gut am See, im Garten oder auf dem Balkon gelesen werden können.

Für mich passen Sommer, Sonne, Strand und Meer immer sehr gut zu leichter, fluffiger und unbedingt auch lustiger Lektüre und all diese 3 Komponenten (und noch einige mehr!) findet man in den 3 Buchreihen, die ich Euch heute, morgen und am Mittwoch vorstellen werde. Ich muss dazu sagen, dass Frauke Scheunemann sowohl mit ihren eigenen Büchern als auch denen – die sie mit ihrer Schwestern Wiebke Lorenz unter dem Pseudonym Anne Hertz schreibt – zu einer meiner Lieblingsautorin gehört. Man kann sich sicher sein, dass man gut unterhalten wird, immer was zu lachen (und manchmal zum Weinen) hat – kurzum: ein Garant für Lesespaß pur!

Bei der Reihe, die ich heute vorstellen will, dreht sich alles um den kleinen Dackel Herkules und sein Frauchen Carolin:

Dackelblick von Frauke ScheunemannFür Dackel Herkules ist sein Frauchen Carolin der tollste Mensch auf der Welt. Nur Thomas, Carolins Lebensgefährte, kann er nicht riechen, denn der hat etwas gegen Hunde und behandelt Carolin schlecht. So beschließt Herkules gemeinsam mit seinem Freund, dem Kater Herrn Beck, Thomas loszuwerden. Mit einem Trick gelingt dies den beiden sogar, doch leider weint Carolin seitdem den ganzen Tag. Schnell ist klar: Herkules muss einen neuen Mann für sie suchen. Aber wie findet man den Richtigen, wenn man in Sachen Liebe ganz andere Vorstellungen hat als sein Frauchen?

Katzenjammer von Frauke ScheunemannZwei Dinge, die ich vor der Lektüre von Dackelblick nicht mochte, waren sprechende Tiere in Büchern (einfach zu unrealistisch, aber auch keine richtige Fantasy) und Katzen generell. Dies liegt zum Einen an meiner Katzenhaar-Allergie, zum Anderen daran, dass ich sie als Tiere einfach nicht mochte – und auch teilweise heute noch nicht so richtigrichtig mag; bis auf sehr wenige Ausnahmen.

Ich hatte allerdings nur Gutes über den kleinen Carl-Leopold von Eschersbach aka Herkules gehört und mich dann einfach mal ans Lesen gemacht und es sosehr nicht bereut, dass ich danach gleich die Folgebände Katzenjammer, Welpenalarm! und Hochzeitsküsse hinterhergelesen, bzw. -gehört habe. Wer sich jetzt fragt, was ich denn mit Katzen will – der kleine Mann auf den ausgesprochen süßen Covern ist doch ganz offensichtlich ein Dackel – und damit Hund! – dem muss noch gesagt sein, dass Herkules kurz nach dem Einzug bei Caro, einer äußerst liebenswerten Geigenbauerin in Hamburg, Herrn Beck kennenlernt und der ist – RICHTIG! – ein Kater. Und was für einer! In ihn habe ich mich mindestens genauso schnell schockverliebt wie in Herkules, vor allem, weil er so eine coole Socke ist. Er lebt im gleichen Haus wie der kleine Herkules und wenn man dem glauben darf, hat Herr Beck was Menschen und ihre Eigenheiten angeht, den absoluten Durchblick, was auch immer sehr lustig zu lesen ist.

Welpenalarm von Frauke ScheunemannIch finde ohnehin die Tatsache, dass Frauke Scheunemann die Handlung aus Herkules‘ Perspektive erzählen lässt, genial: so sieht man mehr als deutlich, wie unlogisch und abstrus das Verhalten von uns Menschen auf unsere vierbeinigen Freunde manchmal wirken muss. Und hier wären wir auch schon bei den restlichen Charakteren, denn auch die Menschen spielen in Dackelblick eine maßgebliche Rolle. Carolin mochte ich auf Anhieb sehr gerne und fand sie auch äußerst authentisch – mit so jemandem möchte frau gerne befreundet sein und Männer finden sie glaub ich auch nicht übel… Thomas, Carolins „Bald-Ex“ hingegen war das genaue Gegenteil von ihr: herrisch, fies und egoistisch; leider allerdings genauso authentisch. Im Laufe der Reihe kommen noch die ein oder anderen Menschen (und auch Tiere!) hinzu und ich muss sagen, dass sich spätestens nach dem Lesen des 1. Teils ein gewisses Suchtpotenzial einstellt. Da es mittlerweile ja schon 4 Teile gibt, verrate ich nicht zu viel, wenn ich sage, dass sich im Leben von Herkules, Carolin

Hochzeitskuesse von Frauke Scheunemann

Man sieht also: für eine romantische Komödie (in diese Kategorie würde ich die Herkules-Bücher einordnen) ist charaktertechnisch auf alle Fälle gesorgt und auch bei der Handlung ist von Humor über Liebe bis zu Freundschaft und Trennung alles dabei – und das alles, ohne irgendwie schwer oder dramatisch zu wirken – daher für mich wirklich die perfekte Sommer-Sonne-Strand-Lektüre!

Viel Spaß beim Lesen!

Hier nochmal alle 4 Bände im Überblick: 1. Dackelblick – 2. Katzenjammer –3. Welpenalarm! – 4. Hochzeitsküsse

Am Donnerstag geht es zwar nicht tierisch, aber dafür romantisch-turbulent weiter!

[Rezension] Kate Morton – Das Seehaus

29. Juli 2016

3 Dinge, die mir spontan zum Buch einfallen:
Ein Sommerfest am See – Mit der Wahrheit würden wir uns oft viel Leid ersparen – Alle glücklichen Familien gleichen einander; jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Art unglücklich

Das sagt der Verlag zum Buch:
Eine Mittsommernacht am See, die noch jahrzehntelang ihre Schatten wirft. Cornwall 1933: Die sechzehnjährige Alice Edevane fiebert dem Höhepunkt des Jahres entgegen, dem prachtvollen Mittsommernachtsfest auf dem herrschaftlichen Landgut ihrer Familie. Noch ahnt niemand, dass sich in dieser Nacht etwas Schreckliches ereignen wird. Ein Unglück, das so groß ist, dass die Familie das Anwesen für immer verlässt. Siebzig Jahre später stößt Sadie auf das verfallene Haus an einem See. Sie geht den Spuren des Jungen nach, der in jener Nacht verschwunden sein soll. Die Suche nach Antworten führt Sadie tief in die Vergangenheit der Familie Edevane, zu einer verbotenen Liebe und tiefer Schuld…

Meine bescheidene Meinung:
Ein neuer Roman von Kate Morton ist ohnehin schon Anlass zu Freude – umso mehr, wenn ein Urlaub vor der Tür steht und man so richtig Zeit hat, in ein Buch einzutauchen. Genau das war der Fall und die Autorin hat mich nicht enttäuscht!

In ihrem neuesten Roman geht es wieder einmal um eine Familiengeschichte, in der sich Vergangenheit und Gegenwart zu einer Erzählung verschlingen, die es spannungsmäßig mit jedem Krimi aufnehmen kann: Sadie, eine Polizistin im England der heutigen Zeit, hat beruflich und privat genug eigene Schwierigkeiten am Hals und wird von ihrem Chef zu einer Auszeit bei ihrem Großvater in Cornwall verdonnert. Mehr zufällig stößt sie dabei auf ein leer stehendes, verwunschenes Haus am See und auf die Geschichte seiner Familie. Ein trauriger Vermisstenfall aus den 30er Jahren wurde nie aufgeklärt und ließ die Familie Edevane für immer ihr Anwesen verlassen. Dabei verstrickten sich die verschiedensten Familienmitglieder in Schuld, Verleugnung, Pflichtgefühl und Unglück. Sadie lässt nicht locker, bis auch das letzte Glied in der Kette gefunden ist und schließlich doch noch ein bisschen spätes Glück gefunden werden kann.

Wie gewohnt führt  Kate Morton den Leser aus den unterschiedlichsten Perspektiven an die Geschichte heran und lockt mit immer wieder neuen Details, Hinweisen und Rätseln:  sei es durch einen Sprung in die Vergangenheit und den Blick der damals Beteiligten auf das Geschehen, durch die Brille des damals ermittelnden Polizisten oder der heute noch lebenden Familienmitglieder, durch Sadies Detektivauge oder aber den Blickwinkel des Großvaters, der schließlich auch noch eine nicht zu vernachlässigende Rolle spielt. Der Leser ist dabei durch die Sprünge in die Vergangenheit Sadie teilweise einen Schritt voraus – was die Spannung nur befördert.

Stück für Stück setzt sich somit für den Leser und schließlich auch für Sadie über einige Irrwege das Puzzle zusammen, bis schließlich alles einen Sinn ergibt. Kate Morton erzählt so intensiv und ohne den Spannungsbogen auch nur einmal zu unterbrechen, dass man als Leser gar nicht merkt, wie die Seiten dahinblättern. Durch das Eintauchen in eine immer wieder neue, persönliche Perspektive baut man Verständnis und Zuneigung für jeden einzelnen Beteiligten auf und wird so vollends in die Geschichte hineingezogen.

Kate Morton gelingt es spielend, die Protagonisten vor dem inneren Auge zum Leben zu erwecken und die beschriebenen Orte der Vergangenheit und Gegenwart aufleben zu lassen. Man meint das herrschaftliche Anwesen am See mit seinem verwunschenen Garten vor sich zu sehen, die elegante Familie in den 30er Jahre, aber auch das Elend der Weltkriege, die an der Familie nicht spurlos vorübergehen – bis hin zu den immer noch eleganten und stolzen alten Schwestern Edevane in unserer heutigen Zeit.  Wie in einem prächtigen Film zieht all das an einem vorbei und es macht einfach Spaß, sich mitreißen zu lassen. Da ist es dann auch überhaupt nicht schlimm, dass der Schluss vielleicht doch ein wenig kitschig gerät. Nach all der Spannung können ein paar Tränen auch nicht schaden.

Definitiv wieder ein Roman von Kate Morton, den man nicht zur Seite legen kann und der trotz seiner über 600 Seiten noch zu kurz ist. Ich freue mich schon auf den nächsten!

BibliothekBibliothekBibliothekBibliothekBibliothek

kate morton - das seehaus

[Rezension] Veronika Peters – Aller Anfang fällt vom Himmel

11. Juli 2016

5 Dinge, die mir spontan zum Buch einfallen:
tolles Cover, außergewöhnliche Namen, ein Mann namens Ove, Kauz, Erwachsenwerden

Das sagt der Verlag über das Buch:
Korbinian Gerhard ist Lehrer und seit dem Tod seiner Frau allein lebend. Er ist kauzig, pedantisch und legt Wert darauf, die Dinge unter Kontrolle zu haben. Billa ist siebzehn, freiheitsliebend und rebellisch – und ohne Dach über dem Kopf, denn sie ist von zu Hause abgehauen. Als Korbinian sie an einem kalten Winterabend hungrig und krank auffindet, nimmt er sie widerwillig mit zu sich nach Hause. Dass seine sorgsam gehütete Ordnung damit bedrohlich ins Wanken gerät, bekommt er bald zu spüren: Billa fegt – nebst ihrer Entourage – wie ein Wirbelwind durch sein Leben und scheut sich nicht, alle vermeintlichen Gewissheiten auf den Kopf zu stellen. Und Korbinian staunt nicht wenig, als er sich plötzlich wiederfindet in dem großen Abenteuer, das man Freundschaft nennt…

Meine bescheidene Meinung:
Als ich den Klappentext las, wusste ich: dieses Buch musst Du lesen! Ich hatte beim großen A in eine Leseprobe reingelugt und der Schreibstil sagte mir sofort zu: einfach und schnörkellos gehalten, aber doch nicht plump oder gewöhnlich. Gerade bei einem etwas „schwierigerem“ Thema finde ich das toll, weil es schnell unsensibel und „abgefrühstückt“ klingt.

Korbinian erinnerte mich zu Anfang an meinen heißgeliebten Ove – genauso sympathisch war auch er mir gleich zu Anfang. Für andere mag es spießig und engstirnig klingen, wenn jemand Ordnung und Kontrolle mag, wenn der Mensch ansonsten ganz annehmbar scheint (und diesen Eindruck macht Korbinian durchaus!), ist das für mich vollkommen okay. Wie heißt es sonst so schön: Menschen ohne Macke sind Kacke!

Dieses Motto gilt übrigens auch für die anderen Protagonisten des Buches: allen voran Billa. Die Siebzehnjährige ist gerade dabei, erwachsen zu werden und auch wenn es altklug klingen mag: wirklich immer gut finden, was sie sagt und tut, muss man nicht – vielleicht auch einfach, weil man es mittlerweile besser weiß. Zudem hat die Gute eine – sagen wir mal derbe – Art, sich auszudrücken, was wohl auch nicht jedermanns Fall ist. Ich fand sie authentisch und lebensecht – wie übrigens die anderen Charaktere auch.

Nun zur Geschichte: ich will natürlich nicht zu viel verraten, aber sie hat mir alles in allem sehr gut gefallen: die ein oder andere Länge war zwar vorhanden, allerdings hat mir das nicht immer wirklich was ausgemacht; stellenweise ich fand diese unaufgeregte, entspannte Atmosphäre sehr angenehm – mal zur Abwechslung kein Cliffhanger an jedem Ende des Kapitels, sondern eine Handlung, die gemächlich (aber nicht träge!) dahin geht. Ich sage allerdings nicht immer und stellenweise, weil manchmal die ein oder andere Länge einfach nicht hätte sein müssen, aber da les‘ ich mittlerweile drüber.

Wer – gerade jetzt, wo der Sommer doch zu kommen scheint – nach einem Buch fürs Herz für den See oder einfach nur den Balkon sucht, ist mit Aller Anfang fällt vom Himmel bestens beraten. Freundschaft, Loyalität, Empathie, Familie – all diese Themen sind ganz wunderbar auf 288 Seiten vereint und dazu auch noch mit einem wunderhübschen Cover versehen.

Klare Kaufempfehlung!

BibliothekBibliothekBibliothekBibliothekBibliothek...

[Rezension] Elizabeth Fremantle – Im Schatten der Königin

6. Juli 2016

Das sagt der Verlag über das Buch:

Wir schreiben das Jahr 1554: Edward VI. stirbt überraschend jung und bestimmt die erst sechzehnjährige Jane Grey zur Königin. Er will unbedingt verhindern, dass seine Halbschwester Mary seine Nachfolge antritt. Doch Janes Regentschaft dauert nicht einmal zwei Wochen, da hat Mary die unerfahrene Jane entmachtet und enthaupten lassen. Doch was geschieht mit Janes jüngeren Schwestern Katherine und Mary? Dass königliches Blut in ihren Adern fließt, wird ihnen zum Fluch, denn die kinderlose Queen Mary fühlt sich schon allein durch ihre Existenz bedroht.

Meine bescheidene Meinung:
England im 16. Jahrhundert: König Edward VI. stirbt in jungen Jahren ohne einen Erben zu hinterlassen und bestimmt vor seinem Tod Frances Grey zu seiner Nachfolgerin. Diese verzichtet jedoch zu Gunsten ihrere ältesten Tochter Jane auf den Thron, nur um mit ansehen zu müssen, wie diese auf Grund einer Verschwörung nach nur 9 Tagen als Königin im Tower enthauptet wird.

So blutig beginnt das Buch Im Schatten der Königin von Elizabeth Fremantle und dieser Prolog bleibt richtungsweisend für den Rest des Romans. Denn Jane hat noch zwei jüngere Schwestern, Katherine und Mary, die in den Augen der nun herrschenden Mary I. eine große Gefahr für deren Regentschaft darstellen. Ein paar Kapitel später ist auch Königin Mary wieder Geschichte, es herrscht fortan Elizabeth I., doch die Gefahr für die Grey-Schwestern müssen weiterhin um ihr Leben bangen.

Eine spannende Epoche, zwei packende Frauenschicksale – eigentlich der Stoff, aus dem mitreißende Historienschmöker gemacht sind. Doch irgendwie geht dieses Rezept hier nicht auf. Die beiden Protagonistinnen bleiben blasse Gestalten, die trotz ihres harten Schicksals wenig Mitgefühl beim Leser erwecken. Angesichts der Tatsache, dass beide ein ähnliches Schicksal ereilt wie ihre Schwester Jane (ein unglückliches Leben und ein früher Tod), fragt man sich beim Lesen das ein oder andere Mal, warum sich die Autorin ausgerechnet diese Hauptfiguren ausgesucht hat.

Wenn man schon ein bisserl was aus der Zeit gelesen hat und sich etwas auskennt, weiß, dass das Buch gut recherchiert ist – was ich immer wichtig finde. Auch las sich für mich das Geschriebene recht flüssig. Trotzdem konnten es Story und ihre Figuren es leider nicht schaffen, mich als Leserin zu fesseln. Mag sein, dass einfach schon zu viele Romane über diese Zeit geschrieben wurden, die spannender, opulenter und einfach interessanter waren.

Für mich bleibt Im Schatten der Königin leider stets im Schatten der anderen Tudor-Romane.

BibliothekBibliothek

 Im Schatten der Königin

[Gewinnspiel] Mhairi McFarlane – Es muss wohl an dir liegen

4. Juli 2016

Als allererstes muss ich mich in aller Form entschuldigen, dass ich mit meinem Post zur Gewinnspielauslosung so spät bin!

Leider kam mir in den letzten Wochen immer wieder das Leben dazwischen und daher hat es sich ganz schön rausgezogen – entschuldigt bitte! 6

Dafür jetzt kurz und schmerzlos: Herzlichen Glückwunsch, liebe

Jeannine M.

zur signierten Ausgabe von Es muss wohl an dir liegen.

Bitte schicke mir Deine Adresse über das Kontaktformular, damit ich das Buch auf die Reise bringen kann!

[abgebrochen] David Foenkinos – Charlotte [Hörbuch]

10. Juni 2016

„Das ist mein ganzes Leben“ – mit diesen Worten übergibt Charlotte einem Vertrauten kurz vor ihrem Tod einen Koffer voller Gemälde. Bilder, die ihre viel zu kurze Geschichte erzählen: von ihrer Kindheit im Berlin der 20er Jahre, dem frühen Tod der Mutter, dem Zugang zu Berlins Künstlerkreisen durch die neue Frau des Vaters, dem Studium an der Kunstakademie, dem Leben als Malerin. Und dann: Flucht vor den Nationalsozialisten nach Südfrankreich, Liebe, Hochzeit und schließlich Tod im KZ Auschwitz. Nur Charlottes Bilder überleben – und damit ihre Geschichte, die David Foenkinos anrührend erzählt. „Charlotte“ ist das Porträt eines verheißungsvollen Lebens, das viel zu früh beendet wurde.

Auf Charlott wurde ich durch den Podcast WDR2, Bücher aufmerksam. Dort stellte Christine Westermann das Buch vor und die Geschichte klang spannend und interessant.

Da ich den Schauspieler Devid Striesow sehr mag und er mir in der Hörbuchfassung von Melanie Raabes Die Falle außerordentlich gut gefallen hat, entschied ich mich für das Hörbuch. Leider muss ich sagen, dass sich die Begeisterung nicht auf Foenkinos übertragen ließ – bereits von der ersten Minute an wusste ich: Herr Striesow – das mit Ihnen und mir, das wird nüscht.

Entsprechend fiel auch meine „Begeisterung“ für das Buch aus; es ging einfach nicht an mich. Da mich die Geschichte allerdings immer noch interessiert, habe ich mir jetzt das e-book geladen und werde es – ohne Herrn Striesow – nochmal versuchen…

464_1920_159205_xxl

[Lesung] [Gewinnspiel] Livestream-Lesung mit Mhairi McFarlane – Es muss wohl an dir liegen

23. Mai 2016

2Am letzten Montag Abend im April um  war es soweit: die Livestream-Lesung – präsentiert von Lovelybooks – mit Mhairie McFarlane fand im wunderschönen Café Kitchen2Soul statt (ein absolut heißer Geheimtipp für alle (Münchner), die schnuckelige kleine Cafés mit Flair und Büchern mögen – ich war sicher nicht das letzte Mal dort!).

Als ich die Einladung von Patricia Keßler bekam, war ich erst etwas skeptisch: ich hatte mit 3 Freundinnen Mhairis zweites Buch Vielleicht mag ich dich morgen gelesen und wir alle drei fanden es jetzt nicht so toll. Allerdings hatte ich bei Instagram begeisterte Stimmen zum neuen Buch Es muss wohl an dir liegen gehört und beschloss, Autorin und Buch eine zweite Chance zu geben.

Für alle, die das Buch noch nicht kennen und auch von der Autorin noch nichts gehört haben, hier ein paar Hintergundinfos, die ich mir von der Droemer Knaur-Verlagshomepage gemopst habe:

Wie viele Schmetterlinge passen in einen Bauch?

Mit ihren tizianroten Haaren und ihren Kurven ist Delia vielleicht nicht ganz der Model-Typ, aber dass Paul sie nach zehn Jahren gemeinsamen Glücks mit einer Studentin betrügt, trifft sie ziemlich unvorbereitet. Am Anfang glaubt sie, alles sei ihre Schuld. Doch dann erkennt Delia, dass die zerplatzten Seifenblasen von gestern die Chance auf das Glück von morgen bedeuten: Denn nun kann sie selbst entscheiden, wie sie die bunten Puzzleteile ihres Lebens neu zusammensetzt. Kurzerhand zieht sie zu ihrer besten Freundin Emma nach London und sucht sich einen neuen Job. Alles könnte gut werden. Wäre da nicht Adam, ein Skandalreporter und der härteste Konkurrent ihres neuen Arbeitgebers – denn er bringt die Schmetterlinge in Delias Bauch plötzlich kräftig in Wallung. Und zu allem Übel setzt Paul wieder alle Hebel in Bewegung, um Delia zurückzugewinnen.

5Zur Autorin: Mhairi McFarlane wurde 1976 in Schottland geboren. Ihre geographischen Lebensdaten in Kurzform lauten Falkirk – Afrika – Milton Keynes – Nottingham und entsprechen in etwa dem Weg, den ein Designerkleidungsstück zurücklegt, bevor es in einem Laden zur Ruhe kommt. Mhairis Ruhepol ist Nottingham, wo sie mit einem Mann und einer Katze lebt. Bereits ihrem ersten Roman Wir in drei Worten gelang der Sprung auf die Spiegel-Bestsellerliste. Mit ihrem zweiten Roman „Vielleicht mag ich dich morgen“ eroberte sie nicht nur die Herzen der Leser im Sturm, sondern auch Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste.

Ich war bereits gegen 19 Uhr am Café, welches lediglich eine Busstation von derIMG_7489 Donnersberger Brücke entfernt ist, und da der April ja in diesem Jahr beschlossen hat, unbedingt ein bisschen Winter sein zu wollen (was ja zwischen November und März nicht so ganz geklappt hat) und es entsprechend kalt war, ging ich schon rein und konnte einen tollen Platz ergattern. Die Jungs von Lovelybooks waren mit den letzten Vorbereitungen für den Livestream beschäftigt und ich konnte die Autorin fernab vom Trubel etwas privater erleben und war von Anfang an absolut begeistert: sie war die ganze Zeit fröhlich, lustig und gut gelaunt und machte einem richtig Vorfreude auf den Abend.

Steffen Hasselbach, Verlagsleiter Belletristik bei DK, eröffnete pünktlich um 19:30 Uhr die Lesung, durch die Julia Cremer, verantwortlich für Mhairi McFarlanes Lektorat, führte. Die deutschen Passagen wurden von der wunderbaren Sarah Elena Timpe gelesen, die ich hiermit offiziell für die kommenden Hörbücher vorschlage!

1

Die Lesung begann mit ein  paar Fragen – beginnend damit, wie man Mhairi (der Name kommt aus dem schottisch/gälischen und ist das Pendant zu Miriam) ausspricht: dank Herrn Hasselbach weiß ich jetzt, dass man es Wari  aussprecht – ja, ich hatte so etwas in die Richtung vermutet. NICHT.

Mhairi verriet, dass sie selbst Romantic Comedy liebt und sie und ihre Freunde immer Bücher des Genres lesen wollten, die auch authentisch sind – sprich: die so sind wie die eigenen Freunde/Bekannte und die Dinge durchleben, die jedem von uns auch so passieren könnten. Ich habe sie gefragt, wie sie zu den Namen ihrer Protagonisten kommt und ob sie lebende Vorbilder hat, die für die Handlungen in den Bücher „herhalten“ müssen. Was die Namen angeht, so müssen sie laut Mhairi einfach „passen“ – Adam hatte vorher auch einen anderen Namen, der sich aber einfach nicht richtig anfühlte, bis ein Freund ihr den Namen Adam vorschlug.

3Zur Person Mhairi lässt sich sagen, dass sie – typisch englisch (haha!) einen guten Kaffee dem britischen Nationalgetränk Tee eindeutig vorzieht und äußerst lustig ist. Sie lebt mit Katze und Mann in Nottingham (ja, auch mir kam als erstes Robin Hood, der Held in Strumpfhosen in den Sinn! :D) und ich muss sagen: man muss sie einfach gerne haben.

Wie auf den Bildern zu sehen ist, lacht sie durchentwegt und auch nach dem Livestream erweist sie sich als Kichererbse und verbreitet gute Stimmung. Alles in allem war es ein äußerst gelungener Abend mit tollen Gesprächen, leckerem Hugo und einer sehr netten Autorin – wat willste mehr?

6

Damit Ihr da draußen auch was davon habt (die komplette Lesung könnt ihr Euch hier bei Lovelybooks nochmal anschauen), verlose ich ein SIGNIERTES Exemplar von Es muss wohl an Dir liegen. Alles, was Ihr dafür tun müsst, ist mir in den Kommentaren zu verraten, warum ausgerechnet Ihr das Buch haben müsst (Lose sammeln etc. find‘ ich blöd, aber einfach nur „Ich hätte es gern!“-Kommentare find ich zu langweilig).

Die Verlosung endet am Sonntag, den 29. Mai um 23:59 Uhr und der/die Gewinner/in wird am Montag hier auf dem Blog bekannt gegeben – ich werde niemanden benachrichtigen – Ihr müsst Euch also noch mal auf die Seite begeben um zu sehen, ob Ihr gewonnen habt.

Danke an dieser Stelle an den Droemer Knaur Verlag für die Bereitstellung des Exemplars und nicht zuletzt für den tollen Abend mit Mhairi – jederzeit gerne wieder!

[vorerst abgebrochen] Sharon Bolton – Böse Lügen

29. März 2016

In einer kleinen Gemeinschaft wie der auf den Falklands gehen keine Kinder verloren. Und wenn doch, so kann es sich nur um einen tragischen Unfall handeln, schließlich sind die rauen Küsten der Inselgruppe nicht ungefährlich. Doch als zum dritten Mal ein kleiner Junge verschwindet, glaubt kaum noch jemand an einen Zufall. Die Bewohner müssen befürchten, dass einer von ihnen ein Mörder ist. Auch Catrin Quinn, die nach dem Tod ihrer beiden Söhne ein zurückgezogenes Leben führt, wird in die Suche hineingezogen. Mit jeder Stunde steigen Misstrauen und Hysterie, bis eine regelrechte Hexenjagd beginnt. In ihrem Zentrum stehen Catrin selbst; Rachel, ihre beste Freundin aus Kindertagen; und Catrins ehemaliger Liebhaber Callum. Alle drei hüten Geheimnisse, die sie bis in ihre Träume verfolgen. Und sie vertrauen niemandem – nicht einmal sich selbst. Schließlich wären sie zu allem fähig …

Sharon Bolton? – kenn‘ ich nicht! Geheimnisse, Hexenjagd? – das ist genau meins! Und schon alleine der Titel klingt vielversprechend!

Entsprechend ging ich mit den größten Erwartungen an das Buch ran und wurde leider derbst enttäuscht (hatte ich schon erwähnt, dass ich in Zukunft erst mal Leseproben nehmen möchte? ich glaube ja!), denn es fing doch ziemlich seltsam und langatmig an – also erst mal das Buch zur Seite gelegt.

Die äußerst begeisterten Rezensionen beim großen A sagten mir dann allerdings, dass so viele Leute doch unmöglich irren können. Also hab ich mir für meine Autofahrt nach Hause das Hörbuch auf den iPod gepackt – vielleicht geht’s dann besser und ich muss sagen: ja, besser schon. Gut? – Nein, leider immer noch nicht.

Die Handlung hatte zwar ein bisschen Fahrt aufgenommen, aber überzeugen konnten mich bisher weder die Charaktere (so viele sind’s ja nicht), noch die Handlung an sich. Es plätschert alles so elendig langsam vor sich hin und irgendwann gingen mir auch die schönsten Landschaftsbeschreibungen der Falkland Inseln ziemlich auf den Keks, also hab‘ ich es erst mal sein lassen.

Der aufmerksame Leser sieht allerdings, dass im Titel vorerst abgebrochen steht. Ich werde dem Hörbuch (ich mag die Stimme der Vorleserin) zu gegebener Zeit noch eine Chance geben und dann berichten. Vielleicht haut’s mich ja doch noch völlig um…

bolton

[Rezension] Karin Slaughter – Pretty Girls

29. März 2016

3 Dinge, die mir spontan zum Buch einfallen:
mein erstes „richtiges“ Buch von Karin Slaughter, tolles Cover, das klingt nach dem perfekten Thriller!

Das sagt der Verlag über das Buch:
März 1991. Nach einer Party kehrt die 19-jährige Julia nicht nach Hause zurück. Die eher halbherzig geführten Ermittlungen laufen ins Leere. Eine Leiche wird nie gefunden. Weder die Eltern noch die beiden Schwestern der Vermissten werden je mit dem Verlust fertig. Vierundzwanzig Jahre später erschüttert eine brutale Mordserie den amerikanischen Bundesstaat Georgia. Und die frisch verwitwete Claire ist vollkommen verstört, als sie im Nachlass ihres verstorbenen Mannes brutales Filmmaterial findet, in dem Menschen ganz offensichtlich vor der Kamera auf grausame Weise ermordet werden. Eines der Opfer glaubt sie zu erkennen. Doch was hatte ihr verstorbener Mann damit zu tun? Wer war der Mensch wirklich, den sie über zwanzig Jahre zu kennen glaubte? Claire begibt sich auf eine lebensgefährliche Spurensuche, die sie immer dichter an eine unfassbare Wahrheit führt. Und an den eigenen Abgrund…

Meine bescheidene Meinung:
Eine liebe Freundin hatte Pretty Girls aus Irland mitgebracht und mich angefixt – leider war das Buch da in Deutschland noch nicht erhältlich und ich wollte es mir nicht ausleihen, da sie es lesen wollte. Als ich’s dann endlich hatte, kam aber natürlich jedes Mal was dazwischen. Hätte ich gewusst, dass es so ein Kracher ist, hätte es nicht so lange auf dem SuB verharren müssen.

Leider muss ich mich kurz halten, da ich nicht zu viel verraten mag und mir das wirklich schwer fällt: Ich kann nur eins sagen: es war mal wieder ein Thriller nach meinem Geschmack: zwar sehr brutal (manche Dinge, die Claire auf den Videos im Besitz ihres Mannes findet, hätte ich so jetzt nicht unbedingt gebraucht), aber auch sehr spannend, rasant, mit tollen, ungeahnten Wendungen und äußerst authentischen Charakteren.

Was die Spannung angeht: ich musste manchmal ziemlich schlucken und Atem holen, das hatte ich in der Form auch schon lange nicht mehr. Ich lege dann das Buch gerne mal kurz beiseite um es sich setzen zu lassen und mir das gerade Gelesene – bei dem Buch hatte man sogar das Gefühl, man hätte es gerade erlebt – sacken zu lassen.

Aber es wird nicht nur Spannung und Brutalität geboten: es geht auch um Liebe, Familie, Verrat und Verzweiflung und streckenweise flackert auch ein bisschen Humor auf (ich sage nur: Friedhof). All dies hat Karin Slaughter äußerst geschickt und nie klischeebeladen in den Plot eingearbeitet und ich fand gerade die Beziehung zwischen Claire und ihrer Schwester Lydia, die vor Jahren im Streit auseinander gingen, toll und lebensecht beschrieben.

Das Buch hat mich schockiert über die Handlung, angeekelt in Anbetracht der Tatsache, was Menschen anderen Menschen antun können, begeistert von den Wendungen und zufrieden, endlich mal wieder so einen tollen Thriller erwischt zu haben, zurückgelassen. Das Ende konnte mich versöhnen, auch wenn nicht alle Personen das bekommen haben, was ihnen in meinen Augen zustand.

Wie oben geschrieben, war Pretty Girls mein erster „richtiger“ Karin Slaughter-Thriller (ich hatte mal Belladonna angefangen, der hatte mir aber nicht wirklich gefallen, so dass ich dann nur noch das Ende gelesen habe) aber es war ganz sicher nicht mein letzter – ich nehme also gerne Tipps entgegen!

BibliothekBibliothekBibliothekBibliothekBibliothek

[abgebrochen] Sarah Bannan – Die Neue

29. März 2016

Als Carolyn Lessing neu an die Adam’s High kommt, sind zunächst alle angetan. Die Lehrer von ihrer Intelligenz, die Mädchen von ihrem Stil und die Jungs von ihrer Schönheit. Doch dann verliebt sie sich in den falschen Jungen, und dessen Ex-Freundin startet über Facebook eine fiese Hetzkampagne. Nach und nach kippt die Stimmung, bis die öffentliche Demütigung aus dem Ruder läuft und in einer Katastrophe mündet, nach der nichts mehr so ist wie es war.

Als ich die Buchbeschreibung in einer Besprechung (ich glaube, es war im Hugendubel-Journal) las, wusste ich: das musst Du lesen!

Sagen wir’s mal so: mittlerweile lese ich (soweit verfügbar) vorab eine kleine Probe, um zu sehen, ob mir der Schreibstil überhaupt zusagt. Heut weiß ich: Sarah Bannans Art zu schreiben, ist nicht meine. Zumindest nicht bei dem Buch. Das hab ich spätestens gemerkt, als sie in der Erzählperspektive im Plural spricht („Wir saßen auf der Tribüne, auf Handtüchern, damit wir uns auf dem heißen Metall nicht die Haut verbrannten“). Alleine das hat mich schon schier wahnsinnig gemacht.

Das war aber nicht das einzige: es passierte nichts – und mit nichts meine ich absolut nichts! Klar, dass ein Buch sich erst mal einspielen muss, aber zu lange darf das für mich nicht dauern; vor allen Dingen nicht, wenn ich schon von der Erzählperspektive genervt bin. Nun ja – eins kam zum anderen und ich überflog die Seiten nur noch, auf der Suche nach interessanter Handlung. Leider Fehlanzeige.

Viele Leser lesen jedes Buch zu Ende, so sehr es sie auch quält. Ich bin da anders gestrickt:

Das-Leben-ist-zu-kurz-um-schlechte-Bucher-fertig-z

Quelle: boldomatic.com

Entsprechend habe ich es aufgegeben und ein neues Buch begonnen und hoffe, dass nun jemand anderes seine Freude damit hat!

 Quelle: knaur.de

Quelle: knaur.de

[Rezension] Jason Starr – Phantasien

28. März 2016

3 Dinge, die mir spontan zum Buch einfallen:
klingt nach Desperate Housewives, tolles Cover, Lügen-Intrigen-Geheimnisse: ich liebe es!

Das sagt der Verlag über das Buch:
Bedford Hills ist ein wohlhabender Vorort von New York. Wer hier wohnt, hat einen guten Job in Manhattan, ein paar Kinder, eine Hypothek, einen Geländewagen und eine Mitgliedschaft im Country Club. Hier liegt auch die Savage Lane, eine Straße mit einigen Kurven, viel Grün und sieben schönen Häusern. Hinter den gepflegten Fassaden aber gärt und kocht es. Mark Berman, seit zwanzig Jahren mit Deb verheiratet, träumt von seiner sexy Nachbarin Karen. Deb ist rasend eifersüchtig. Obwohl sie selbst ein schmutziges Geheimnis hat. Eine bitterböse Komödie der erotischen Verwirrung und Verblendung – mit tödlichem Ausgang.

Meine bescheidene Meinung:
Durch die liebe Bookexperiences wurde ich über Instagram auf dieses Buch aufmerksam und der Trigger Desperate Housewives hat auch sofort funktioniert.

Starr geht gleich zu Anfang in die Vollen und der erste Mord lässt nicht sonderlich lange auf sich warten. Es geht hierbei auch nicht darum, herauszubekommen, wer es war (das wird mehr als deutlich beschrieben), sondern mehr darum zu sehen, wie die Dinge ihren Lauf nehmen und hierbei hat mich der Autor nicht im Geringsten enttäuscht.

Wir als Leser erfahren einiges über die Bewohner der Savage Lane, deren Name ganz offensichtlich nicht von ungefähr kommt: jeder hat mehr oder weniger eine Leiche im Keller und ist wohl bedacht, diese auch genau dort zu behalten. Oberflächlich handelt es sich um Leute wie Du und ich: Hausfrauen, Manager, Polizisten, Teenager, Kinder – erst mal nichts besonderes.

Jason Starr lässt allerdings den allwissenden Erzähler berichten und so erfahren wir alles, was in den vier Wänden der nicht unbedingt bescheidenen Vorstadthäuser mit ihren wunderschön gepflegten Vorgärten vor sich geht: da ist von Fremdgehen, Mord, Homosexualität, Hass und Intrigen wirklich alles dabei und es macht Spaß zu entdecken, wie jedes Geheimnis in mehr oder weniger direktem Zusammenhang mit einem Nachbarn steht.

Diese sind übrigens jeder in seiner Art extrem: sei es eifersüchtig, dauergeil oder einfach nur übergeschnappt – da tun sich streckenweise die Abgründe der menschlichen Seele auf, was die ganze Geschichte neben einer guten Story auch zu einem Psychogramm eines Straßenabschnitts im amerikanischen Suburbia macht – einfach genial.

Was den Titel angeht, so geht mein Dank an den Diogenes Verlag: anstatt sich (wie leider so oft) etwas Hanebüchenes auszudenken, was meist eh nicht passt, wurde aus dem Originaltitel Savage Lane: A Dark Suburban Thriller Phantasien. Dies ist insoweit perfekt gewählt, als dass sich Phantasien leider auch bei fast jedem Bewohner der Savage Lane beobachten lassen und die am Ende komplett ins Verderben führen und unter anderem tödlich enden.

Das einzige, das ich bemängeln muss, war, dass das Buch nur 400 Seiten hat. Ich hätte noch einiges an Intrigen, Sex und Crime vertragen können und hoffe daher auf eine Fortsetzung (Potenzial gäbe es mehr als genug) und begnüge mich bis dahin mit Stalking, das ich mir direkt nach Beendigung von Phantasien besorgt habe.

Für mich eine klare Leseempfehlung!

BibliothekBibliothekBibliothekBibliothekBibliothek

phantasien

Weitere Bücher des Autors (allesamt erschienen im Diogenes Verlag:

[Rezension] Andrea Sawatzki – Der Blick fremder Augen

28. März 2016

3 Dinge, die mir spontan zum Buch einfallen:
Endlich ein neuer Thriller von Andrea Sawatzki!, klingt ziemlich psycho, Melanie Fallersleben ist zurück!

Das sagt der Verlag:
Die Tote lehnt am Stamm einer Kiefer. Ihr Gesichtsausdruck ist entrückt, die Wimperntusche verschmiert, die Kehle durchtrennt. Kommissarin Melanie Fallersleben hat zunächst kaum verwertbare Spuren, und der Täter wird durch sein scheinbar ganz normales Leben allzu gut verborgen. Auch die folgenden Morde liefern der Ermittlerin keinen echten Hinweis. Doch dann erhält sie eine erste verstörende Botschaft …

Meine bescheidene Meinung:
Um gleich mal mit der Tür ins Haus zu fallen: ich bin – das denke ich zumindest im Nachhinein – mit falschen Erwartungen an das Buch herangegangen. Wie oben schon gesagt, habe ich mich sehr über die Erscheinung eines neuen Thrillers von Andrea Sawatzki gefreut und war noch begeisterter, dass sie mit Melanie Fallersleben die Ermittlerin aus Ein allzu braves Mädchen wieder ins Spiel bringt.

Nachdem mir Sawatzkis Vorgänger-Thriller schon sehr gut gefallen hatte, war ich entsprechend gespannt. Das Ding ist allerdings – und damit verrate ich nicht zuviel – dass es schon nach wenigen Seiten klar ist, wer der/die Täter/in ist, es also vielmehr um das Wieso? Weshalb? Warum? geht. An und für sich ja nicht schlimm, aber wenn man sich auf nen ordentlichen Psycho-Thriller gefreut hat (und der Prolog hat da einiges versprochen), ist man eben ein bisschen enttäuscht.

Sowohl Melanie Fallersleben als auch ihr Kollege Steffen Müller sind äußerst authentisch gezeichnet und ich hatte beide auch direkt vor Augen – was ja schon mal ein gutes Zeichen ist. Trotzdem hat mich was gestört, was ich zuerst nicht so richtig benennen konnte. Vorrangig war dies  die fast nicht vorhandene Ermittlungsarbeit; aber darauf war der Roman ja offensichtlich auch nicht ausgelegt. Zum anderen war es bei Frau Fallersleben die in meinen Augen zu deutliche Ähnlichkeit mit Julia Durant, der Frankfurter Kommissarin des verstorbenen Andreas Franz: ähnlich wie die hessische Hauptkommissarin war mir Fallersleben zu burschikos, zu alleingängerisch, fachlich zwar äußerst kompetent, aber von Social Skills keine Spur. Auch auf privater Ebene war die Parallele getrennt lebend und kinderlos sofort erkennbar.

Steffen Müller mochte ich gerne, zumal er ein bisschen verpeilt war und es immer wieder – leider meist vergebens – versuchte, seiner Chefin alles recht zu machen. Dass er schwul und vegan war und beides auch immer wieder erwähnt werden musste, war mir zwar ein bisschen zu viel des Guten an Klischees, aber hat mich nicht weiter gestört, da ich ihn – wie schon oben gesagt – mochte.

Das Buch an sich ist flüssig geschrieben. Wie bereits bei Ein allzu braves Mädchen sind die Kapitel wieder kurz und knackig gehalten und ich bilde mir da ja gerne ein, dass ich schneller voran komme… Andrea Sawatzki schafft es erneut, eine deprimierende, graue, trostlose Stimmung zu erzeugen. Diese Atmosphäre passt ganz wunderbar zur Protagonistin Kathrin Minkus. Sie ist jung, verheiratet und Angestellte einer Drogerie. Eigentlich ein recht durchschnittliches, normales Leben, wenn da nicht diese tiefe Traurigkeit wäre, die sie umgibt und nicht loszulassen scheint. Über die 304 Seiten des Buches erfährt der Leser immer mehr über die Umstände und sowohl die Morde als und auch die Ermittlungsarbeit (die nicht wirklich erwähnenswert ist), rücken komplett in den Hintergrund.

Was am Ende bleibt ist ein Psychogramm einer gequälten Seele. Sehr leise und subtil erzählt – was an und für sich schon eine ziemliche Kunst ist und mich auch zu begeistern wusste. Da ich die Handlung beim Lesen so genau vor Augen hatte, kann ich mir das Buch auch sehr gut verfilmt vorstellen; dabei wäre die Tatsache, dass Frau Fallersleben ebenso wie Frau Sawatzki rothaarig und Anfang 50 ist, sicher ganz hilfreich.

Alles in allem ein gutes und auch auf seine spezielle Art spannendes Buch, das mich aufgrund meiner Erwartungshaltung und der Tatsache, dass es mehr psycho als Thriller war, nicht ganz überzeugen konnte.

BibliothekBibliothekhalbes

 sawatzki

[Rezension] Mary Higgins Clark – Wenn du noch lebst

26. März 2016

3 Dinge, die mir spontan zum Buch einfallen:
endlich ein neuer Thriller von MHC!, tolles Cover, die Protagonistin heißt Weg, auch nicht schlecht

Das sagt der Verlag über das Buch:
Die Innenarchitektin Lane Harmon, alleinerziehende Mutter der fünfjährigen Katie, erhält einen großen neuen Auftrag: Sie soll das Stadthaus der Bennetts neu ausstatten. Diese Familie hat – wie Lane bald herausfindet – eine dunkle Geschichte: Der Senior, Peter, verschwand vor zwei Jahren bei einem Segelausflug spurlos – und nur wenig später kam heraus, dass aus dem von ihm gemanagten Fonds fünf Milliarden Dollar veruntreut wurden. War es Selbstmord? Oder hat er sein Verschwinden inszeniert? Nur seine Familie glaubt fest an seine Unschuld. Und Lane ist zusehends hin- und hergerissen, denn sie hat sich in den attraktiven Sohn des Hauses verliebt. Sie ahnt nicht, wie sehr sie sich und ihre kleine Tochter dadurch in Gefahr bringt …

Meine bescheidene Meinung:
Beim großen A kommt der aktuelle Thriller von Mary Higgins Clark nicht so gut weg – was bin ich froh, dass ich nicht auf die Meinungen dort gehört habe – mir wären ein paar sehr unterhaltsame, spannende (wenn auch nicht super-thrillige) Lesestunden verwehrt geblieben.

Zu allererst muss ich sagen, dass es sich bei Wenn du noch lebst (im Original noch besser: The Melody Lingers on) nicht wirklich um einen Thriller im herkömmlichen Sinn handelt: es wird weder blutig noch übertrieben spannend noch großartig lebensbedrohlich. Doch genau das ist, was mir so gut gefallen hat: Higgins Clark setzt dieses Mal auf eine sehr subtile Art kleine Akzente, die ihre Wirkung nicht verfehlen. Ich habe mich – wie leider einige andere Leser – nicht gelangweilt, sondern einfach richtig gut unterhalten. Das lag jedoch nicht nur an der Frage, ob der alte Bennett noch am Leben ist oder nicht (das wird recht früh aufgedeckt), sondern habe mit den Protagonisten und der Handlung als ganzer gefiebert und das Buch entsprechend schnell gelesen.

Wir lernen nicht nur die Lane sehr gut kennen; auch vermeintlich nebensächliche Charaktere wie ihre Chefin Glady Harper oder Anne, die Frau Peter Bennetts, wachsen dem Leser über die guten 350 Seiten schnell ans Herz. Alle miteinander sind absolut lebensecht und (mehr oder weniger) sympathisch.

Mary Higgins Clark schafft es, mehrere Handlungsstränge – die man zuerst gar nicht als zueinandergehörig einstuft – miteinander zu verbinden, so dass am Ende ein in sich stimmiges Bild entsteht und kreiert somit einen kurzweiligen Spannungsroman, der sich vor seinen Vorgängern nicht verstecken muss.

Was mir besonders gut gefallen hat, war, dass Wenn du noch lebst ohne unnötige Längen auskommt. Ich mag dicke Bücher sehr gerne, aber dann sollte auch was drin stehen und nicht um der Seitenzahl wegen drumherum geschrieben werden. Hier ist die Handlung atmosphärisch, spannend, authentisch und stimmig und auch für diejenigen geeignet, die mit Cliffhangern und Brutalität ohne Ende à la Fitzek nicht allzu viel anfangen können.

Gerne mehr davon!

BibliothekBibliothekBibliothekBibliothekBibliothek

Hier könnt ihr ins Buch reinlesen!

wenn du noch lebst

Quelle: randomhouse.de

Freitags-Füller #17

25. März 2016

https://ichlesehaltgern.files.wordpress.com/2012/10/6a00d8341c709753ef011570569c3f970b.jpg?w=600

  1. Als Kind dachte ich, der Osterhase versteckt die Eier – oder so; ich muss ehrlich sagen, ich hab‘ keine Ahnung, ob ich an ihn geglaubt hab oder mir meine acht Jahre ältere Cousine das auch vermiest hat. 
  2. Am geilsten fand ich die diese ovalen Schokodinger mit nem Zucker-Eigelb in der Mitte im Osternest. [weiß zufällig jemand, wie die Dinger heißen?]
  3. Am Karfreitag wurde Jesus gekreuzigt? Da fällt mir ein: ich muss unbedingt mal wieder Das Leben des Brian gucken! 
  4. Dass es am Wochenende schon frühsommerliche Temperaturen geben soll, wage ich zu bezweifeln.
  5. Das Osterfrühstück schaut bei uns aus wie jedes andere Frühstück auch.
  6. Früher habe ich immer mit meiner Mamam die Eier gefärbt.
  7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf leckersten Rahmspinat mit Kartoffeln und Spiegelei, morgen habe ich Einkaufen, Durchsaugen und vieeeel Lesen geplant und Sonntag möchte ich – wenn das Wetter wirklich so bombastisch wird – raus!!!!
Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 565 Followern an

%d Bloggern gefällt das: